Marktzahlen

Fenster & Außentüren

Leicht rückläufige Märkte in Deutschland

Der Fenstermarkt in Deutschland wird voraussichtlich 2022 und 2023 um jeweils 1,0% nur leicht zurückgehen. Der Absatz in Fenstereinheiten (FE = 1,3 x 1,3 m) geht also von 15,8 Mio. FE im Jahr 2021 über 15,7 Mio. FE in 2022 auf 15,5 Mio. FE im Jahr 2023 zurück.

Laut Studie werden im laufenden und dem kommenden Jahr jeweils über 57% der Fenster mit Dreifachverglasung ausgestattet sein. „Die zunehmende Bedeutung der Energieeffizienz hat dazu beigetragen, dass fast drei Viertel aller im Neubau verwendeten Fenster inzwischen dieses Qualitätsmerkmal aufweisen“, kommentiert BF-Geschäftsführer Jochen Grönegräs.

Im Außentürenmarkt wird 2022 nur ein sehr leichter Rückgang von 0,5% erwartet, der in 2023 sich aber auf ein Minus von 1,1% erhöht. Sowohl im Fenster- als auch im Außentürenmarkt wird es bei relativ stabilen Marktlagen 2023 allerdings deutliche Verschiebungen der Marktanteile vom Neubau zur Sanierung geben.

Im Fenstermarkt ist Kunststoff als Rahmenmaterial mit einem Anteil von stabil 54,1% deutlich vorne, im Außentürenbereich kann es sich mit einem Anteil von 38,6% knapp vor Metall behaupten.



Sanierung & Neubau

Die aktuellen Daten zeigen im Wohnungsbau, dass die Sanierung 2022 um 0,8% und 2023 um weitere 3,5% auf dann 7,69 Mio. FE zunehmen wird. Trotz eines nach wie vor hohen Überhangs an Baugenehmigungen für Wohnneubauten beträgt der Rückgang 2022 im gesamten Neubaubereich 2,6% und dann 2023 voraussichtlich weitere 8,6% auf dann nur noch 5,45 Mio. FE, während der Bereich Sanierung 2023 um 3,6 % auf 10,07 Mio. FE zunehmen wird.

Die Entwicklungen im Außentürenmarkt sind vergleichbar. Wie im Fensterbereich kann der nur leichte Rückgang im Wohnbau in 2023 in Höhe von 0,6% die zu erwartenden Rückgänge im Nichtwohnbau von 3,2% etwas abfedern. In Summe wird im Außentürenmarkt mit einem Rückgang um 1,1% auf 1.369 Tsd. Stück gerechnet. Getragen wird diese doch in 2023 noch stabile Marktlage durch die Modernisierung: es wird ein Zuwachs in 2022 von 1,9% und 2023 von 1,0 % auf 1.015 Tsd. Stück erwartet, während der Neubau doch deutlich um 6,8% auf 354 Tsd. Stück nachgeben wird.

Insgesamt weist die Studie stabil im Jahresvergleich für 63,4% aller Türen eine erhöhte Sicherheit aus. „Während im Wohnbaubereich die Quote insgesamt bei über 70% liegt, ist im Nichtwohnbau der Einsatz erhöhter Sicherheit erst bei gut 40% angelangt“, so Holger Koch, stellvertretender Geschäftsführer des FVSB.

„Die Sanierungsbereitschaft im Wohnbau als Beitrag zum Klimaschutz rechnet sich wirtschaftlich. Gerade durch die aktuell sehr hohen Energiekosten und die nach wie vor vorhandenen Förderprogramme steigt die Sanierungsrate. Ein Zinssatz von 4% und das Auslaufen der EH 55 Förderung belasten dagegen die Neubauten: Die Genehmigungen im Neubau (Einfamilienhaus) sind um ca. 17% eingebrochen. „Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) muss in Zukunft noch stärker Anreize für die Sanierung setzten. Nur so kann die gewünschte Steigerung der Sanierungsrate für den Klimaschutz aber auch zur Baukonjunkturabsicherung gelingen“, betont VFF-Geschäftsführer Frank Lange.





Basis der Prognosen
Die Prognosen berücksichtigt, aufbauend auf dem bisherigen Erhebungsmodell, die derzeitigen Auswirkungen des Ukrainekrieges mit Lieferengpässen und gestiegenen Beschaffungskosten ebenso wie die geänderten Rahmenbedingungen des Marktes infolge Energiekosten, Inflation und Zinsentwicklung.

Die Daten werden gemeinsam mit der Heinze Marktforschung GmbH von den Branchenverbänden Fenster + Fassade (VFF), Bundesverband Flachglas (BF), pro-K sowie Schloss- und Beschlagindustrie (FVSB) erhoben.


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