Messen

IHM Spitzengespräch

Viele gute Vorsätze

Es war diesmal alles ein bisschen weitläufiger und übersichtlicher auf der Internationalen Handwerksmesse in München. Messestände, die eigentlich in zwei Hallen Platz gefunden hätten, hatten fünf Hallen zur Verfügung. Und mancher Aussteller erinnerte sich etwas wehmütig an den bayerischen Messeevent vor der Pandemie, als sich noch in sieben Hallen Messestände und Besucher dicht an dicht drängten.


Vor allem wegen der Tradition und dem Renomee hat mancher langjähriger Aussteller auch 2022 an der IHM festgehalten und einen Stand zu den üblichen Preisen gebucht. Dass die Unternehmer im Vergleich zur Zeit vor der Pandemie nicht selten nur die Hälfte der Kontakte von damals zählen konnten - "Schwamm drüber" - selbst das nahmen sie der Veranstaltung nicht übel. "Wenn die IHM nächstes Jahr wieder im März zur traditionellen Zeit stattfindet, sind wir wieder dabei!", hieß es meist. Düsterer fallen die Statements aus, sollte der Messeevent nochmals auf den Sommer terminiert werden. Der Geschäftsführer von GEWA Balkonsysteme aus Aluminium etwa ließ für diesen Fall keinen Zweifel aufkommen: "Bei einer IHM 2023 im Juli sind wird nicht mehr dabei!" so Andreas Waidelich aus Simmersfeld.

Beim Münchner IHM Spitzengespräch zeigten sich Wirtschaft und Politik im Schulterschluss. In der Pressemitteilung der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, dem Bundesverband der Deutschen Industrie, dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag sowie dem ZDH hieß es: 

"Wir müssen unabhängiger bei Lieferketten und Energieversorgung werden. Eine zuverlässige und wettbewerbsfähige Rohstoff- und Energieversorgung sind die Basis unseres Wirtschaftsstandorts. Hohe Priorität kommt aktuell der Sicherstellung einer stabilen Gasversorgung zu. Mittelfristig ist der Ausbau der Erneuerbaren Energien und der Stromnetze zu synchronisieren. Gleichbedeutend muss die Energieeffizienz unbürokratisch in Gebäuden, Unternehmen und Betrieben gestärkt werden. Die Anforderungen und formalen Berichtspflichten sind praxisnah auszugestalten. Essenziell für die Erreichung der ehrgeizigen Klimaziele und für den Abbau der energiepolitischen Abhängigkeit ist der Ausbau der Infrastruktur, gleichermaßen für die Erzeugung erneuerbarer Energien und Pipelines für Wasserstoff sowie für moderne Verkehrswege und digitale Autobahnen"

Peter Adrian (Präsident Deutscher Industrie- und Handelskammertag), Hans Peter Wollseifer (ZDH-Präsident), Bundeskanzler Olaf Scholz, Prof. Siegfried Russwurm (BDI-Präsident) und Dr. Rainer Dulger (BDA-Präsident).
Foto: ZDH/Ortrud Stegner

Peter Adrian (Präsident Deutscher Industrie- und Handelskammertag), Hans Peter Wollseifer (ZDH-Präsident), Bundeskanzler Olaf Scholz, Prof. Siegfried Russwurm (BDI-Präsident) und Dr. Rainer Dulger (BDA-Präsident).
Foto: ZDH/Ortrud Stegner

Die Wirtschafts darf sich also freuen, dass Planungs- und Genehmigungsverfahren bald beschleunigt werden und das europäische Umweltrecht praxistauglich ausgestaltet wird.

Im Focus des Spitzengesprächs stand zudem die Sicherung von Fachkräften und Berufsbildungsoffensiven. So waren im April 2022 über alle Anforderungsniveaus hinweg knapp 320.000 gemeldete Stellen in MINT-Berufen nicht besetzt, vor allem im Bereich Energie/Elektro und IT. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hatte für Q1/2022 über 190.000 offene Stellen im Bauhauptgewerbe gemeldet. Der Umsatz im Bauhauptgewerbe ist laut Statistischem Bundesamt in Q1/2022 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 26% gestiegen. Die Branche hat zehn Boom-Jahre gehabt.


Interviews zum Nachwuchses im Metallbau:

Diether Hils im Fachmagazin metallbau 7/8 2022

Michael Winterhalter im Fachmagazin metallbau 7/8 2022



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