Stiftung Klimaneutralität empfielt 1% Sanierungsrate
12.01.2026 |Die „Stiftung Klimaneutralität“ empfiehlt auf Basis von Berechnungen der Beratungsfirma Prognos, energetische Sanierungen nicht mehr bzw. nur noch im Bereich der energetisch schlechtesten Gebäude gezielt weiter voranzubringen. Dafür sei eine Sanierungsrate von einem Prozent ausreichend.
Thomas Drinkuth, Leiter der RGT.
Foto: RGT
Thomas Drinkuth, Leiter der RTG, hält diesen Kurs für gefährlich: Die ausschließliche Betrachtung eines Kostenszenarios ist keine robuste Energie- und Klimaschutzstrategie für den Gebäudesektor. Nicht ohne Grund lautet der wissenschaftliche Konsens: Ein zukunftsfähiger Gebäudebestand mit erneuerbarer Energieversorgung basiert auf einer guten Energieeffizienz. Würde man innerhalb eines kurzen Zeitfenster auf Wärmepumpen und Wärmenetze umstellen, ohne den Energiebedarf älterer Gebäude parallel durch Sanierungen zu senken, müsste die Energiewirtschaft sehr schnell und verlässlich noch größere Mengen an erneuerbaren Energien bereitstellen als bisher ohnehin angenommen. Funktioniert das nicht genau wie geplant, droht eine massive Verfehlung der Klimaziele. Eine Strategie, die gleichzeitig die Energieeffizienz verbessert (worst first), ist also deutlich robuster. Hinzu kommt: Viele Gebäude sind mit noch jungen Gas- und Ölheizungen ausgestattet, die noch lange weiterlaufen werden. Hier senken energetische Sanierung unmittelbar die Nutzung fossiler Energieträger. Und: Selbst das hier angenommene eine Prozent Sanierungsrate wäre noch knapp 50% mehr als heute. Der politische Kurs muss daher klar in Richtung Sanierungssteigerung gehen.“
