Bosch – Restrukturierung belastet

Stabiles operatives Geschäft – teure Transformation

Trotz erheblicher Herausforderungen konnte Bosch im Geschäftsjahr 2025 mit 91,0 Milliarden Euro einen Umsatz leicht über dem Vorjahr erzielen (2024: 90,3 Milliarden Euro). Wechselkursbereinigt ergab sich ein Anstieg von 4,1 Prozent. Die operative EBIT-Rendite von zwei Prozent lag unter dem Vorjahreswert (2024: 3,5 Prozent) und steht für ein profitables, operatives Geschäft.

Auch wenn Bosch im Jahr 2025 mit dem Ergebnis nach Steuern von ca. minus 400 Mio. Euro (2024: 1,3 Mrd. Euro), wie Bosch-Finanzchef Markus Forschner laut dpa bei der Bilanzpressekonferenz sagte, in die roten Zahlen gerutscht ist –, die Parameter Free Cash Flow und Eigenkapitalquote weisen dem Konzern eine solide, wenn auch geschwächte Geschäftslage aus. Die Transformation, die sich in Struktur- und Personalanpassungen zeigt und Bosch langfristige, globale Wettbewerbsfähigkeit sichern soll, belasteten das Ergebnis mit 2,7 Mrd. Euro in Form von Rückstellungen erheblich. Eine solche Minuslage bestand für den schwäbischen Global Player zuletzt im Jahr 2009.

Vergleicht man die Mitarbeiterzahlen in Bezug auf die Region, zeigt sich eine Entwicklung bei den Personalanpassungen: nämlich eine Verschiebung aus Deutschland und Europa in Länder mit günstigeren Standortkosten und mehr Marktdynamik. So gibt es in Deutschland im Vergleich zu 2024 rund 6.700 Beschäftigte weniger – insgesamt noch 122.968, in Europa sind es ca. 10.700 Beschäftigte weniger – insgesamt noch 235.358 und die außereuropäischen Länder zählen ca. 5.600 Mitarbeitende mehr – insgesamt ca. 177.416.

Für den Free-Cash-Flow in 2025 gibt Bosch rund 300 Mio. Euro (2024: rund 900 Mio. Euro) an. Die Forschungs- und Entwicklungsquote mit Ausgaben von 7,9 Mrd. Euro erreichte 8,7 Prozent vom Umsatz (2024: 8,6 Prozent). Mit 41,6 Prozent blieb auch die Eigenkapitalquote auf einem hohen Stand (2024: 44,3 Prozent). Die Bosch Gruppe verfügt unverändert über eine solide Finanzkraft, auch wenn die Liquidität gemäß Kapitalflussrechnung auf 7,4 Mrd. Euro (2024: 8,2 Mrd. Euro) zurückging.
Im Unternehmensbereich Consumer Goods, zu der auch Bosch Power Tools gehört, lag der Umsatz mit 19,9 Mrd. Euro 1,9 Prozent unter dem Vorjahreswert. Wechselkursbereinigt erhöhten sich die Erlöse hingegen um 4,1 Prozent. Das Konsumgütergeschäft hatte insbesondere unter fehlenden Impulsen aus der Bauindustrie in China und den USA zu leiden. Die operative EBIT-Rendite erreichte 3,0 Prozent (2024: 3,5 Prozent) und bleibt weiterhin operativ profitabel.

Während der Umsatz in Europa leicht rückläufig war, verzeichnete Bosch in den anderen Weltregionen leichte Zuwächse. In Europa lag der Umsatz mit 44,2 Mrd. Euro um 0,6 Prozent unter dem Vorjahr – wechselkursbereinigt stieg er um 1,5 Prozent.

www.bosch.de

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