Bibliothek des Handswerks
Eröffnung am 29. Mai 2026, Tag der Offenen Tür am 30. Mai 29.05.2026 |Mit der Bibliothek des Handwerks in der Schustehrusstraße 20 erhält Berlin einen neuen zentralen Ort für die Bewahrung und Vermittlung handwerklicher Fachkenntnisse. Möglich wird der Start der Einrichtung durch erhebliches ehrenamtliches Engagement unter dem Dach des Vereins Bibliothek des Handwerks. Eine Förderung der treuhänderischen „Klaus und Sigrid Wierzbicki-Stiftung zur Förderung der Aus- und Weiterbildung in der Denkmalpflege“ in der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) in Höhe von 20.000 Euro erhielt die Idee einen wichtigen Impuls. Mit ihrem Engagement für die Bibliothek unterstützt die DSD den Erhalt und die Weitergabe von Fachwissen, das für die Denkmalpflege unverzichtbar ist.
Die Bibliothek des Handwerks vereint Fachliteratur aus Restaurierung, Denkmalpflege, Handwerk, Architektur und Kunstgeschichte an einem Ort. Der Bestand umfasst derzeit rund 15.000 Bände aus mehreren Jahrhunderten. Schwerpunkte bilden unter anderem die Gewerke Metall, Stein, Holz, Putz, Keramik, Stuck und Glas. Damit entsteht in Deutschland eine in dieser Form einzigartige Fachbibliothek zu historischen Materialien und Techniken.
Aus Sicht der Deutschen Stiftung Denkmalschutz kommt der neuen Einrichtung eine besondere Bedeutung zu. Denn mit dem Rückgang handwerklicher Betriebe und fehlenden Nachfolgen droht vielfach auch über Generationen gewachsenes Erfahrungswissen verloren zu gehen. Die Bibliothek des Handwerks setzt hier an: Sie sammelt einschlägige Literatur, erfasst und katalogisiert sie und macht sie für Ausbildung, Forschung und die praktische Arbeit in der Denkmalpflege zugänglich. Zugleich versteht sich die Bibliothek als Ort des Austauschs zwischen handwerklicher und akademischer Ausbildung.
Neben Arbeitsplätzen und Unterstützung bei Literaturrecherchen sind Seminare, Vorträge sowie Fach‑ und Kunstausstellungen vorgesehen. Historische Werkzeuge und Materialien ergänzen das Angebot und machen handwerkliche Praxis anschaulich erfahrbar. Perspektivisch ist die Öffnung der Bestände geplant. Eine Anbindung an den Kooperativen Bibliotheksverbund Berlin‑Brandenburg soll die Sichtbarkeit weiter erhöhen. Bereits jetzt können Interessierte nach Titeln und Themen recherchieren und die Literatur vor Ort einsehen. Ist ein Besuch nicht möglich, können Kopien oder digitalisierte Auszüge bereitgestellt werden.
