1,5% Anteil am europ. Fenstermarkt ist zu wenig
28.05.2026 |Zum Juni will die Gruppe mit einer neuen Strategie am europäischen Markt agieren, die mit externen Beratern aufgestellt wurde. „Bis zu 60.000 Fensterbaufirmen in Westeuropa, davon allein 400 in Österreich – das sind zu viele“, stellte Mag. Christian Klinger bei der Jahrespressekonferenz in Wien fest. „1,5 % Anteil am europäischen Markt ist für IFN zu wenig." Rund 77 % Umsatz macht die IFN-Holding bislang in der D-A-CH-Region, gefolgt von Italien, Dänemark, Finnland, Frankreich und Großbritannien.
Der Miteigentümer und Unternehmenssprecher der IFN-Holding geht davon aus, dass sich die Konsolidierung des Marktes beschleunigen wird. "Für diese Marktsituation sind wir positioniert.“ Das bestehende Portfolio soll ausgebaut werden, die Gruppe möchte weitere Basen in Europa setzen und gleichermaßen organisch wachsen. „Wir haben in den nächsten fünf Jahren viel zu tun“, kündigte er an. Klinger will künftig „auch größere Stücke vom Markt abbeißen können“, bislang sei das nicht möglich gewesen.
Mit vergleichsweise geringen Investitionen lassen sich mit dem deutschen Online- Bauelementehändler Neuffer & Skanva in neue Märkte eintreten. Die Tochtergesellschaft legte 2025 um rund 26%. Mit rund 20% Marktanteil im Online-Segmet hält Neuffer den ersten Platz im Online-Segment. „Wir sind glücklich mit dem Onlinehandel und werden die Führungsposition auch nicht mehr hergeben“, so der Fensterbauer. Allein in der D-A-CH-Region soll das jährliche Wachstumspotenzial für den Onlinevertrieb je Land zwischen 8 -15% liegen. „Die preisbewusste Do-it-yourself-Gruppe 60+ wächst“, konstatierte die neue Holding-Finanzvorständin Mag. Barbara Desl.
IFN hat 2025 in einem rückläufigen Bauumfeld seine Marktposition gehalten. Dies hat jedoch auch mit der Veräußerung von GIG Fassaden und dem Kauf der litauischen Firma Roda im vergangenen Jahr zu tun. Der Umsatz lag bei 799 Mio. Euro, bereinigt um Portfolioeffekte wuchs die Gruppe um 2 Prozent; das EBIT stieg auf 24 Mio. Euro bzw. +8 Prozent. Die Finanzbasis zeigt sich solide: 61 Prozent Eigenkapitalquote und rund 110 Mio. Euro Nettoliquidität schaffen Spielraum für eine antizyklische Expansion. Der Markt bleibt jedoch schwach: Europaweit werden laut Euroconstruct bis 2028 wieder 1,66 Mio. Wohnungen erwartet, nach 1,44 Mio. 2025 – insgesamt ein moderates Wachstum. in Deutschland sollen die Wohnungsfertigstellungen im Neubau und Bestandsbau nach einer Prognose von Euroconstruct zwischen 2026 und 2028 um rund 15 Prozent wachsen (s. Tabelle unten an), wobei es 2024 ca. 36.000 Wohnungsfertigstellung mehr gab als 2028. In Österreich wird in dieser Tabelle von 2026 bis 2028 eine Seitwärtsbewegung mit geringfügigem Rücklauf angegeben. Österreich hat seinen Sanierungsbonus im Februar 2026 gestoppt, aktuell können noch Förderanträge für einen Kesseltausch eingereicht werden. Allerdings wurde die Förderquote auf 30 % reduziert. Ursprünglich waren die Fördermaßnahmen im Nachbarland bis 2030 geplant.
Operativ zeigt IFN ein gemischtes Bild: Internorm verlor 5,5 Prozent Umsatz, Neuffer wuchs rund 26 Prozent, HSF 11 Prozent, Schlotterer 7 Prozent, Kastrup 14 Prozent, Roda 50 Prozent, während Skanva -11 Prozent verzeichnete. Die Gruppe hält knapp 4.000 Mitarbeitende, davon ca. 70 % in Österreich, ca. 5 % in Deutschland, ca. 6% in der Slowakei und Dänemark sowie ca. 8% in Finnland. In den vergangenen fünf Jahren investierte die Gruppe rund 240 Mio. Euro; 2025 waren es 28 Mio. Euro, 2026 sind 41,5 Mio. Euro geplant.
