Fensterbau Frontale
Die Messe im RückblickRund 75.000 Besucher aus 117 Ländern sowie 1.022 Aussteller aus 47 Ländern bestätigten das Messeduo Fensterbau Frontale und Holz-Handwerk in Nürnberg. Im Jahr 2024 waren es etwa genauso viele Besucher und ca. 50 Aussteller weniger. Wir stellen einige Exponate von unserem Messerundgang vor, weitere Neuheiten finden Sie im anschließenden Produkt-Journal. In der Ausgabe vom Mai werden wir über die neuartige Beschlaglösung von Siegenia berichten, für die Branche des Metallbaus ein echtes Highlight.
Auf den Trend Sicherheitstechnik hat Assa Abloy mit einem neuen Produktbereich für Rohrrahmentüren in Stahl und Aluminium (RC 2 und RC 3) reagiert und die Schlosslinie M6 in „Solution Locks“ erweitert. Motorische, elektromechanische und mechanische Schlossvarianten sind in den Panikfunktionen B, C und E erhältlich. Dies berichtete Sven Mañas, Produktmanager Schlosstechnik bei Assa Abloy.
In Nürnberg waren bereits die neuen Einfachverriegelungen, sprich die Einsteckschlösser für Rohrrahmentüren, ausgestellt. Die Schlösser entsprechen den DIN-Schlossabmessungen nach der DIN 18251-2, also 200 mm Schlosskastenhöhe, 15 mm Hinter-Dornmaß und 15 mm Schlosskastenbreite. In diesen Schlosskasten ist alles integriert.
„Bei den Motorschlössern sitzt der Motor in diesen Abmessungen komplett drin sowie die Elektronik, also die Steuereinheit, sodass wir immer die gleiche Aussparung in der Tür haben und es somit einfacher haben, für diese Komponenten bestehende Zertifizierungen zu nutzen. Für die M6 Schlösser bauen wir passend den P6-Panikgegenkasten. Dieser besitzt ebenfalls Schlossabmessungen nach der DIN 18251-2, und auch da sind Motor und Steuereinheit integriert“, sagte Mañas und betonte: „Das ist für uns ein toller USP hinsichtlich der Einbaumaße und zugleich der kleinste motorische Panikgegenkasten am Markt.“ Dieses Jahr werden die Komponenten zertifiziert, im Frühjahr 2027 in den Markt eingeführt.
Insbesondere für den Einsatz in Kliniken oder Pflegeheimen bietet die Schlosslösung praktische Features. So lassen sich bei zweiflügeligen, motorisch gesteuerten Panikdrehflügeltüren Geh- und Standflügel einzeln ansteuern; für bestimmtes Personal wie beispielsweise Krankenschwestern kann das Öffnen beider Flügel freigegeben werden.
Robuster, universeller Türschließer
Geze möchte mit dem Türschließer TS 7000 neue Maßstäbe setzen. Angela Staiber, Head of Marketing & Data Management, erläuterte am Stand: Mit der neuen Easyflow-Technologie lassen sich Türen leichtgängig bewegen und schließen dennoch zuverlässig, selbst wenn der Passant den Türgriff bereits losgelassen hat. Mit seiner adaptiven Hydraulik bietet der Türschließer zusätzliche Schutzfunktionen: SensiLatch beschleunigt Türen kurz vor dem Schließen, um Hindernisse zu überwinden und sicher einzurasten. SensiStop hingegen schützt mit einer integrierten Dämpfung vor abruptem Aufschlagen. Zugleich garantiert die Temperaturstabilität des Systems ein gleichmäßiges Schließverhalten zwischen -10 °C und +40 °C. „Das hat den Vorteil, dass der Türschließer nach der Montage nicht ständig nachjustiert werden muss“, betonte Staiber. Da die neue Türschließergeneration zudem die Anforderungen der DIN 18040 und DIN Spec 1104 erfüllt, ist auch eine uneingeschränkte Barrierefreiheit sichergestellt. Seine konstruktive Ausgestaltung ermöglicht eine universelle Montage: Ein Schließkörper passt für alle Montagearten. Mit der SNAPnFIX-Montagehilfe gelingt die Installation des TS 7000 einfach und schnell. Über eine Million getestete Zyklen belegen eine außergewöhnliche Langlebigkeit.
Bereits vor Marktstart im Herbst 2026 überzeugte der TS 7000 die internationale Jury des Iconic Award mit Design, Bedienkomfort und seinen Funktionen für mehr Barrierefreiheit. Der German Design Award folgte kurz darauf. Die Expertenjury würdigte insbesondere die konsequente Ausrichtung auf universelle Einsetzbarkeit und die hohe Langlebigkeit.
PDZ für Premiumsegment
Ein hochautomatisiertes Profildurchlaufzentrum im Premiumsegment hat der Maschinenbauer Schirmer Maschinen aus Verl in Nürnberg vorgeführt. Das PDZ wird individuell nach den jeweiligen betrieblichen Anforderungen gebaut, der Anschaffungspreis liegt bei mindestens ca. 800.000 Euro. „Ab ca. 60 Türen bzw. Fenstern täglich kann die Maschine rentabel arbeiten“, sagte Vertriebsmitarbeiter Marcel Schmidt. Für die Maschine ist keine manuelle Rüstzeit nötig, der Bediener legt den Profilstab auf die Transportrollen und nimmt ihn am Ausgang der Maschine fix und fertig bearbeitet wieder von der Entladefläche. Für einen solchen Bearbeitungsprozess wird ein Profil konventionell sechs- bis siebenmal in die Hand genommen, in diesem Fall genügt das Be- und Entladen. „Unser Durchlaufzentrum steht für Qualität, Geschwindigkeit und Flexibilität in den Bearbeitungsvarianten“, so Schmidt. Die Bedienung der Maschine übernehmen meist angelernte Fachkräfte, die unter der Leitung eines technisch ausgebildeten Vorarbeiters arbeiten. Die Sprachen an der Steuerung werden je nach den Anforderungen des Betrieb eingestellt (siehe Messe-Spezial 3/2026)
Neuer PU-Schaum für die Fensterabdichtung
Soudal enthüllte auf der Messe 2024 den MF 167 als Neuheit. Dieses Jahr wurde als Messehighlight der MF 167 Pro vorgestellt, der den MF 167 „kostenneutral“, allerdings mit zusätzlichen Funktionen und Nachweisen, ablöst. „Neben einer angepassten Rezeptur stehen erweiterte Prüfungen und eine vertiefte Nachweisführung im Mittelpunkt“, erklärte Klebingenieur Alexander Kirch. Die optimierte 2-Komponenten-Lösung für die Fensterabdichtung der Ebene 1 und 2 hat am ift-Rosenheim neben der Prüfung gemäß ift-Richtlinie MO 01/1 zusätzliche Haftungs-, Alterungs- und Dauerhaftigkeitsprüfungen absolviert, verfügt über erweiterte Systemnachweise und es lässt sich mit dem Dichtstoff die DGNB Qualitätsstufe 4 erreichen. „Dies ist insbesondere von Interesse für Objekte, für die ein Nachhaltigkeitsnachweis nach den DGNB-Kriterien geführt werden soll“, sagte Kirch. Für die äußere, dritte schlagregendichte Ebene steht gemäß Normanforderung eine systemisch auf den MF 167 Pro abgestimmte und geprüfte Lösung zur Verfügung. Er betont: „Der MF 167 Pro basiert auf dem Ansatz einer luftdichten, zugleich diffusionsoffenen Anschlussfuge. Konvektiver Feuchteeintrag wird verhindert, während der Diffusion eine zentrale Bedeutung bei der kontrollierten Entfeuchtung zukommt.“ Das klassische Prinzip „innen dichter als außen“ wird neu interpretiert.
Die nächste Fensterbau Frontale findet vom 28.-31. 3. 2028 statt. Für die Ausgestaltung ist Heike Slotta verantwortlich, die seit vielen Jahren für die NürnbergMesse tätig ist. Elke Harreiß hat sich zum April verabschiedet, um sich neuen beruflichen Herausforderungen zu widmen.
