Nachhaltigkeit

Rekordpreise für Wolfram

Seit Anfang 2025 ist ATP-Preis um ca. 500% gestiegen

Kreislaufwirtschaft auch für die Herstellung von Hartmetallwerkzeugen.
Foto: Müller Präzisionswerkzeuge

Kreislaufwirtschaft auch für die Herstellung von Hartmetallwerkzeugen.
Foto: Müller Präzisionswerkzeuge
Die Preise für strategisch wichtige Rohstoffe haben in den vergangenen Monaten ein historisches Niveau erreicht. Besonders betroffen ist Ammoniumparawolframat (APT), eine zentrale Vorstufe zur Herstellung von Wolfram. Seit Anfang des vergangenen Jahres ist der APT-Preis am Weltmarkt um mehr als 500 Prozent gestiegen – mit weiterhin steigender Tendenz. Für die metallverarbeitende Industrie hat diese Entwicklung unmittelbare Folgen, denn Wolfram ist ein essenzieller Bestandteil von Hartmetallwerkzeugen.

Da Hartmetall in der Regel zu rund 90 Prozent aus Wolframcarbid und etwa 10 Prozent aus Cobalt besteht, schlagen die steigenden Rohstoffkosten für APT direkt auf die Werkzeugpreise durch. Diese Preisspirale betrifft die gesamte Wertschöpfungskette: Vom Hartmetalllieferanten über den Werkzeughersteller bis zum metallbearbeitenden Unternehmen. Sie alle sehen sich mit der Herausforderung konfrontiert, effizient und nachhaltig zu produzieren, um dem steigenden Kostendruck standzuhalten. Insbesondere die Preisstabilität und Verfügbarkeit von Rohmaterial und Werkzeugen entlang der gesamten Kette leidet massiv unter den starken Schwankungen

Von Januar 2025 bis Februar 2026 hat sich der Preis um 425% erhöht.
Grafik: Müller Präzisionswerkzeuge

Von Januar 2025 bis Februar 2026 hat sich der Preis um 425% erhöht.
Grafik: Müller Präzisionswerkzeuge
Von Januar 2025 bis Februar 2026 hat sich der Preis um 425% erhöht.
Grafik: Müller Präzisionswerkzeuge
Von Januar 2025 bis Februar 2026 hat sich der Preis um 425% erhöht.
Grafik: Müller Präzisionswerkzeuge

Kreislaufwirtschaft gegen steigende Rohstoffpreise

Tool Upcycling beschreibt einen Ansatz, bei dem ausgediente Werkzeuge nicht einfach entsorgt oder recycelt werden, sondern als Ausgangsbasis für neue Werkzeuge dienen. Während bei neuen Werkzeugen neues, teures Hartmetall eingesetzt wird, nutzt Tool Upcycling bereits vorhandenes Substrat aus einem bestehenden, verschlissenen Werkzeug. Das reduziert nicht nur die Abhängigkeit von volatilen Rohstoffmärkten, sondern sorgt auch für eine deutlich höhere Preisstabilität.

Die Erfahrungen aus der Praxis zeigen, dass sich auf diese Weise im Durchschnitt bis zu 30 Prozent des Neuwerkzeugbedarfs abdecken lässt. Abhängig von Anwendung, Prozessstabilität und Werkzeugspektrum sind sogar Quoten von bis zu 50 Prozent realistisch. In Zeiten explodierender Wolframpreise ist das ein erheblicher wirtschaftlicher Vorteil.

Selbst hochmoderne, beschichtete Präzisionswerkzeuge unterliegen im Einsatz einem natürlichen Verschleiß. Zunächst können sie nachgeschliffen und erneut beschichtet werden. Doch sobald die Geometrie dies nicht mehr zulässt, ist das Ende der Lebensdauer erreicht. Genau an diesem Punkt setzt Tool Upcycling an.

Der Prozess ist klar strukturiert: Das verschlissene Werkzeug wird an Müller Präzisionswerkzeuge zurückgeführt. Dort wird der unbrauchbare Schneidenteil entfernt, während der verbleibende, noch intakte Hartmetallkörper weiterverwendet wird. Dieser wird zunächst aufbereitet, rundgeschliffen und anschließend in eine neue, anwendungsspezifische Geometrie geschliffen. Abschließend erfolgt die Beschichtung – und das Werkzeug ist erneut einsatzbereit.

Das Ergebnis: ein vollwertiges Werkzeug mit identischer Leistungsfähigkeit, Standzeit und Qualität wie ein Neuwerkzeug. Gleichzeitig wird auf den Einsatz eines neuen Hartmetallrohlings verzichtet. Das schafft einen entscheidenden Preisvorteil in einem angespannten Rohstoffumfeld.

www.mueller-sien.de

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