Bunte, Fliegende Bauten

Hochwertiges Finish für Achterbahn und Co.

Fahrgeschäfte, sogenannte Fliegende Bauten sind Publikumsmagnete in Freizeitparks und auf Volksfesten. Attraktionen, die Spaß machen, bunt sind und die Naturgesetze herausfordern. Bei diesen Geräten stehen Sicherheit und Werterhalt an oberster Stelle.

Was Park- oder Festbesucher begeistert, das sind bei nüchterner Betrachtung aufwändige technische Konstrukte, die höchsten Anforderungen genügen müssen. Die Augen des Besuchers fallen vor allem auf die bunten Farben der Karusselle, Achterbahnen oder Riesenräder. Dass es dabei nicht bloß um Blickfang, Show und Kosmetik geht, wissen die Fachleute, die mit Bau, Aufstellung, Betrieb, Wartung und Überprüfung der Anlagen befasst sind.

Fachunternehmen, die sich dem Korrosionsschutz für Fliegende Bauten widmen, benötigen neben dem Wissen über Grundierungen, Lacke, Applikations- und Anlagentechnik vor allem geräumige Lackierkabinen. Beim LackierCenter Schultis in Riegel werden die konstruktiven Bauteile unterschiedlichster Fahrgeschäfte veredelt. Die Aufträge von Freizeitparkbetreibern und Herstellern von Fahrgeschäften machen etwa 30 % des gesamten Jahresgeschäfts aus. Die Lackieranlagen sind so ausgelegt, dass Einzelteile bis zu einer Baulänge von 22 Metern, einer Breite von fünf Metern und einer Höhe von viereinhalb Metern lackiert werden können.

Fahrgeschäfte sind keine wiederkehrenden Standardeinrichtungen. Im Vergleich zu anderen Lackieraufgaben ist jedes Karussell, jede Achterbahn, auch wenn es auf den ersten Blick vielleicht nicht so aussieht, eine individuelle und neue Herausforderung.

Fliegende Bauten sind nach den Landesbauordnungen bauliche Anlagen. Sie sind dazu geeignet und dafür bestimmt, wieder und wieder aufgestellt und abgebaut zu werden. Vergleichbare Gerätschaften stehen dauerhaft in Freizeitparks. Sie werden zwar ortsfest installiert, müssen aber dauerhaft und von Jahreszeiten unabhängig allen Witterungs- und Umweltbedingungen standhalten.

Die Anlagen werden einer Erstprüfung unterzogen und wiederkehrend, in aller Regel jährlich auf Betriebssicherheit und Erhaltungszustand geprüft. Hohe Anforderungen werden an alle beteiligten Bauteile dieser technischen Einrichtungen gestellt, auch an Oberflächen und ihre Vergütungen. Nicht nur die Optik wird beeinträchtigt, wenn Oberflächen beschädigt sind. Die Statik tragender und die Funktion bewegter Teile wird bei beschädigter Vergütung in Mitleidenschaft gezogen. Werden die Oberflächen vernachlässigt, steht der Besitzer rasch vor der Entscheidung zwischen Totalsanierung oder Abriss.

Korrosionsschutz auf höchstem Niveau. Korrosion bezeichnet die Reaktion eines Werkstoffs mit seiner Umgebung. Technisch gesehen geht es um die messbare Veränderung, die zu einer beeinträchtigten Funktion eines Bauteils oder eines gesamten Systems führen kann. Korrosion ist in der DIN 50 900 Teil 1 formuliert und betrifft alle Werkstoffe.

Beschichtungssysteme schützen das Produkt nicht nur vor Korrosion. Für die farbliche Gestaltung der Fliegenden Bauten bieten sie vielseitige Gestaltungsmöglichkeiten.

Im Ausgangszustand weisen die unbehandelten Bauteile Verunreinigungen auf, die zur Korrosion führen und die Haftung von Oberflächenveredelungen verhindern. Zunder, Rost, aber auch vom Fertigungsprozess zurückgebliebene Öle, Fette, Wachse, Seifen, Stäube oder Schlackenreste sowie Reste von eventuellen Vorgängerbeschichtungen müssen zunächst entfernt werden. Die Bauteile werden sandgestrahlt SA 2,5. Dieses schafft optimale Haftbedingungen, anschließend wird grundiert. Das geschieht mit zweikomponentigem Epoxy-Zinkphosphat oder Zinkstaub. Danach folgt in der Regel eine Zwischenbeschichtung, indem die Bauteile mit Eisenglimmer lackiert werden. Schließlich wird ein Decklack als äußere Schicht aus einem zweikomponentigen Polyurethan aufgetragen. Die Deckbeschichtung verleiht den Bauteilen ihre optischen Eigenschaften, Farbe, Glanz- und Reflexions­verhalten. Als abschließende Hülle des Systems aus Schichten muss sie allen Belastungen trotzen. UV-Strahlung, Chemikalien, Witterung und Abrieb durch mechanische Einflüsse. Bei Schultis wird je nach Lackieraufgabe im Niederdruckverfahren mit Doppelmembranpumpen in Zweikomponenten-Anlagen oder im Höchstdruckverfahren mit Airless-Maschinen gearbeitet.

Normgerechte Qualität. Hochwertige Veredelungen für die Fahrgeschäfte und ihre Stahlkonstruktionen entstehen nach DIN EN ISO 12944-4. Die Norm enthält alle wichtigen Angaben zum Korrosionsschutz von Stahlbauten durch Beschichtungssysteme. Indem Korrosion vermindert oder gar verhindert wird, kann der Wert der zu schützenden Anlagen und Bauteile länger erhalten und Verlust vermieden werden. Das ist wichtig für diese Kunden, denn ihre Anlagen sollen ohne Betriebsausfall und ohne optische Mängel über lange Zeiten betrieben werden. Das Einhausen zum Streichen und Renovieren vor Ort ist zeitaufwändig und kostspielig. Stillstand der Anlagen und Ausfälle bei den Einnahmen wären die Folge und müssen vermieden werden. Die Parkbesitzer und Betreiber von Fahrgeschäften benötigen Produkte mit zuverlässigen, widerstandsfähigen Oberflächen. Die geforderten Standzeiten, also die Schutzdauer der Lackierung, sollen für 15 Jahre und mehr gewährleistet sein. Die Kunden lassen sich hochwertigen Korrosionsschutz und edle Oberflächen zwischen 12 und 15 % des Gesamtpreises kosten.

Beschichtung und Umwelt. Bei den hochwertigen Schichtenpaketen der Fliegenden Bauten wird erstaunlich viel Beschichtungsmaterial benötigt. An einem Kundenprojekt können schon einmal vier bis sechs Tonnen Beschichtungsmaterial verarbeitet sein.

Die veränderte Umweltgesetzgebung wirkt sich auf die ganze Lackierbranche aus, besonders auf Betriebe, die große Mengen an Material verarbeiten. Es gilt die Lösemittel- oder VOC-Verordnung (31. ImschV). Emissionen leichtflüchtiger organischer Lösemittel (VOC) sollen weitgehend reduziert werden. Sie sind beispielsweise mitverantwortlich für den Sommersmog. In der Verordnung wird dem Anlagenbetreiber eingeräumt, Alternativen zur Einhaltung der Grenzwerte zu wählen. Die Tendenz geht daher immer mehr zu wasserverdünnten Produkten, was kostengünstiger ist als der Einsatz von Abgasreinigungsanlagen.

Fazit. Im Markt der Fahrgeschäfte ist der Kostendruck hoch. Die Fachbetriebe müssen sich gegen internationale Konkurrenz behaupten. Für viele Kunden überwiegt aber nicht das Preisargument. Hohe Qualität und störungsfreier Betrieb der Anlagen haben einen höheren Stellenwert. Deutschen Herstellern, die diese Anforderungen erfüllen, eröffnen sich sehr gute Marktchancen. ⇥red ◊

Info & Kontakte

LackierCenter Schultis

Leopoldstraße 23

79359 Riegel

Tel. 07642 6879712

www.lackiercenter-schultis.de

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