Interview

Weinor Geschäftsführung

Doppelte Kapazitäten am Standort Möckern

Der Spatenstich im September war Auftakt für den Bau einer neuen Produktionshalle (7.400 m2) in Möckern Sachsen-Anhalt. Anlässlich der Erweiterung haben wir uns mit dem Geschäftsführer von Weinor, Thilo Weiermann, und dem Werksleiter, Frank Rappholz, zum Gespräch getroffen.

metallbau: Herr Rappholz, Sie sind als Werksleiter in Möckern tätig. Welche Bauelemente stellt Weinor an diesem Standort im Schwerpunkt her?

Frank Rappholz: Unser Schwerpunkt liegt auf textilem Sonnenschutz. Von hier aus liefern wir unseren Sonnenschutz weltweit aus, selbst bis nach Australien. Zurzeit beschäftigen wir hier ca. 125 Mitarbeiter in Vollzeit.

metallbau:  Mit der neuen Produktionshalle erhalten Sie eine neue Pulverbeschichtungsanlage, wie ist das Thema Farbe derzeit gelöst?

Rappholz: In der bestehenden Produktion haben wir zwar eine gut funktionierende Pulverbeschichtungsanlage, aber sie lässt sich nicht mehr erweitern. Um unsere Kapazitäten zu erhöhen, brauchen wir daher eine neue Anlage, die die alte ersetzt.

metallbau: Für welchen Zweck wird die doppelte Kapazität an diesem Standort benötigt?

Rappholz: Zunächst geht es darum, die steigende Nachfrage zu bedienen und die Produktzahl zu erhöhen. Was sich mittel- und langfristig ergibt, werden wir dann sehen …

metallbau: Wie macht sich bei Ihnen im Werk der Digitalisierungsschub der vergangenen Jahre bemerkbar?

Rappholz: Natürlich wird Digitalisierung bei uns ganz groß geschrieben, insbesondere bei der gesamten Prozesssteuerung von der Entwicklung bis zur Produktion unserer Produkte. Grundsätzlich sind unsere Systeme individuell auf den Bedarf des Endnutzers abgestimmt, wir produzieren keine Stangenware. Hier kommen Automatisierung und Digitalisierung irgendwann an ihre Grenzen. Aber dort, wo wir Prozesse verschlanken und effizienter gestalten können, machen wir das auch.

metallbau: Wie arbeitet das Werk in Möckern mit Köln zusammen?

Rappholz: Sehr eng. Es besteht regelmäßiger Austausch zwischen den Werken und in allen wichtigen Fragen stimmen wir uns täglich intensiv miteinander ab. Beide Standorte sind digital vernetzt und arbeiten in einem System. Unsere Produkte in Köln und Möckern werden übrigens mit ein und derselben Technologie beschichtet. Systemprodukte, also zum Beispiel Dach und Markise, die an beiden Standorten produziert werden, passen daher auch farblich absolut zusammen.

metallbau: Herr Weiermann, Sie sind Geschäftsführer von Weinor — weshalb wurde der Standort in Sachsen-Anhalt ausgebaut?

Thilo Weiermann: Weil wir unseren Fachpartnern weiterhin schnelle und zuverlässige Lieferzeiten gewährleisten möchten. Die Nachfrage nach Sonnen- und Wetterschutzprodukten ist nicht erst seit der Pandemie gestiegen. Aufgrund des schon länger anhaltenden Outdoor-Living-Trends werden Markisen und Co. immer populärer. Und dieser Trend wird anhalten. Da ist es nur folgerichtig, dass wir unsere Kapazitäten erhöhen.

metallbau: Welche Bilanz zieht Weinor nach der Pandemie?

Weiermann: Zum einen hatten wir sehr großes Glück. Denn während des Lockdowns durften wir als Unternehmen weiterarbeiten – gerade im Jahr 2020 war das nicht selbstverständlich. Und die Menschen haben viel Zeit zu Hause verbracht und das Geld, das sie sonst in Urlaube investieren, für Sonnen- und Wetterschutzprodukte ausgegeben. Ein weiterer Aspekt unseres Erfolgs ist die Flexibilität, mit der wir auf die verstärkte Nachfrage reagierten. Wir haben sehr schnell die anstehenden Aufgaben erfasst, unsere internen Abläufe optimiert. Das hat uns sehr dabei geholfen, zusätzliche Kapazitäten zu schaffen und eine hohe Liefertreue beizubehalten.

metallbau: Von dem gewachsenen Marktpotenzial möchten viele Unternehmen profitieren, wie hat sich der Markt im Laufe der Pandemie verändert?

Weiermann: Natürlich hat sich das Marktpotenzial im Laufe der Pandemie vergrößert. Aber wer davon profitieren will, muss auch entsprechende Kapazitäten haben und die richtigen Instrumente einsetzen. Wir erweitern zum Beispiel permanent den Weinor-E-Shop, um den fehlerfreien Bestellvorgang für unsere Fachpartner zu beschleunigen. Das erleichtert ihnen die Arbeit enorm. Denn die Fachbetriebe stehen ja unter Druck, die zahlreichen Aufträge ihrer Kunden in gewohnt bester Qualität auszuführen. Wichtig ist auch, eine langfristige Strategie zu entwickeln. Was passiert, wenn der coronabedingte Kauf-Boom abebbt? Wie gehen wir mit den gestiegenen Materialpreisen um? Was macht das mit der Nachfrage? Mit diesen Fragen beschäftigen wir uns schon seit längerer Zeit. Und wir haben auch gute Lösungen dafür parat. Diese Zuversicht spiegelt sich nun auch darin wider, dass wir unsere Kapazitäten in Möckern um das Doppelte aufstocken. Ich bin sicher, Weinor wird das alles sehr gut hinbekommen.

metallbau: Mit welchen Lieferschwierigkeiten hat Weinor zu kämpfen? Bei welchen Materialien hapert es in welchem Umfang?

Weiermann: Die Schwierigkeiten sind ja bekannt: unterbrochene Lieferketten, Materialknappheit, kurzfristige Absagen von Lieferterminen bei den Lieferanten. Die Klagen sind überall dieselben in der Branche und natürlich sind sie berechtigt. Aber ich will mich lieber damit befassen, wie wir diese Herausforderungen meistern. Und das gelingt Weinor ziemlich gut, wie ich finde. Das liegt einerseits an der angesprochenen Flexibilität. Aber wir sprechen auch viel mit unseren Fachpartnern, kennen deren individuelle Bedürfnisse und teilweise auch Nöte in der aktuellen Situation. Das berücksichtigen wir bei unseren Planungen. Und in der Regel finden wir dann gemeinsam mit ihnen gute und schnelle Lösungen. Dass das so prima klappt, dafür bin ich unseren Mitarbeitern und unseren Fachpartnern sehr dankbar.

metallbau: Mit welchem Angebot hebt sich Weinor ab?

Weiermann: Ich will gar nicht darüber reden, was wir unter Umständen besser machen als andere. Aber es gibt einige Dinge, die machen wir sehr gut, allem voran die professionelle, intensive Betreuung unserer Fachpartner durch den Außendienst und unser Customer Center. Zudem sind unsere Produkte qualitativ absolut hochwertig und perfekt aufeinander abgestimmt. Wir investieren viel Zeit und Geld in die Entwicklung, sodass am Ende Produkte entstehen, die dem Metallbauer die Arbeit erleichtern und dem Endnutzer echten Mehrwert bieten. Auch auf unseren Service sind wir stolz. So bieten wir unseren Kunden einen hochmodernen E-Shop, über den er unsere Produkte schnell, einfach und sicher bestellen kann. Mit Weinor haben Metallbauer also eine starke Marke sowie einen zuverlässigen Geschäftspartner an ihrer Seite.

metallbau: Welchen Support leistet Weinor für Metallbauunternehmen, die ihr Portfolio um Sonnenschutz erweitert haben?

Weiermann: Unser Credo lautet: „Wir machen es Dir einfach, erfolgreich zu sein.“ Diese Einfachheit findet sich in vielen Bereichen wieder. Neben dem leichten Bestellvorgang über unseren E-Shop bieten wir den Partnern regelmäßige Schulungen. Besonders beliebt sind unsere Montageschulungen auf der Baustelle. Sind die Monteure mit einem bestimmten Produkt noch nicht vertraut, erfolgt die Produktschulung eben am konkreten Projekt vor Ort. Das spart nicht nur Zeit, sondern auch Kosten. Zudem werden die Spezialisten mit Herausforderungen konfrontiert, die sich oft erst in der praktischen Umsetzung zeigen. Hier können die Schulungsleiter direkt bei der Montage wertvolle Tipps zur Lösung eines Problems geben. Auch unsere animierten Montagefilme sind leicht verständlich und genau auf die Nutzer zugeschnitten. So erfasst das Montage-Team sofort alle wichtigen Details für den Einbau.

Übrigens schätzen Metallbauer nicht nur unseren Sonnenschutz.  Auch unsere Ganzglas-Unterbauelemente kombinieren sie immer häufiger mit ihren Dachsystemen. Die Zahl jener Metallbauer, die die Vorteile eines kompletten Terrassendach-Systems zu schätzen wissen, nimmt zu. Denn die Erweiterungen und das Zubehör von Weinor sind auf die Grundkonstruktion perfekt abgestimmt, was die Montage erheblich erleichtert.

metallbau: Für welche Ihrer Produkte Markisen/Terrassendächer/Glasoasen verzeichnen Sie den höchsten Zuwachs?

Weiermann: Ich möchte Ihnen keine konkreten Zahlen nennen. Aber es gibt eine immer größere Nachfrage nach Kalt-Wintergärten. Sie sind in der Regel einfacher zu montieren als Warm-Wintergärten und auch kostengünstiger. Deshalb entscheiden sich viele Terrassennutzer immer häufiger für diese Art von Wetterschutz – wir nennen sie „Glasoase“. Und Metallbauer können in diesem Segment attraktive Margen verzeichnen.

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metallbau: Mitbewerber bieten in ihren Showrooms Tee und Kaffee zur fachlichen Beratung, es wird nicht mehr punktgenau auf einen Vertragsabschluss hingearbeitet — wie ist das bei Ihnen in Köln?

Weiermann: Also erstens verkaufen wir in unserem Kölner Showroom keine Produkte, sondern wir beraten intensiv und vermitteln den Besuchern dann bei Interesse einen Weinor Fachpartner in ihrer Nähe. Und zweitens: Na klar, jeder, der einen Kaffee bei uns trinken möchte, bekommt auch einen. Und glauben Sie mir, unser Kaffee schmeckt sehr, sehr gut!

metallbau: Welche Vertriebsstruktur hat Weinor: Direktvertrieb an Ausführende oder Vertrieb an den Fachhandel. Und möchten Sie diese langfristig so fortsetzen – inwiefern hat sich diese bewährt?

Weiermann: Unsere Fachpartner sind diejenigen, die Weinor-Produkte an den Endkunden verkaufen. Das bedeutet, sie stehen absolut im Fokus unserer Aktivitäten. Wir unterstützen sie mit einem engagierten Außendienst, mit regelmäßigen Schulungen sowie professionellem Marketing und pflegen eine sehr enge Beziehung zu ihnen. Sie wollen wir auch mit den unterschiedlichsten Maßnahmen weiter ausbauen und intensivieren. Weinor ist schon immer fachhandelstreu gewesen, und das wird in Zukunft so bleiben.

metallbau: Nutzen Sie Online-Tools wie Konfiguratoren oder AR-Brillen für den Verkauf? Für welche Produkte funktioniert dies am besten?

Weiermann: Wir bieten dem Endkunden zum Beispiel über unsere Fachpartner einen Visualisierungs-Service für Terrassendächer und Glasoasen – mit fotorealistischen Abbildungen in 3D. Dadurch bekommt er eine sehr genaue Vorstellung, wie das Wunschprodukt an seinem Haus aussieht, und sichert so die Kaufentscheidung ab. Die Kosten für diese hochwertige Visualisierung werden dann beim Abschluss eines Kaufvertrags gutgeschrieben. Dieses Tool hat sich seit Langem bewährt und ist sehr beliebt. Für den Endkunden halten wir außerdem den 3D-Designer bereit. Damit kann er mit Hilfe eines Fotos seiner Terrasse simulieren, wie sich dasProdukt in die Gesamtoptik von Haus und Außenbereich einfügt.

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