Metallbauer setzen auf Akku & Kabel

Fein Winkelschleifer-Duo CCG & WSG

Während manche Hersteller von Elektrowerkzeugen die Umrüstung von Kabel auf Akku-Werkzeuge forcieren, bietet Fein den Winkelschleifer CCG 18V gezielt als Ergänzung zu den kabelgebundenen WSG-Modellen an. Wir haben die Geschäftsführer von Metallbau Brunn in Pfalzgrafenweiler und Bulmer Metallbau in Nagold-Emmingen vor Ort nach ihren Erfahrungen mit Winkelschleifern von Fein gefragt.

Den Akku-Winkelschleifer CCG 18V hat Fein für Trenn-, Schleif- und Entgratarbeiten auf der Baustelle konzipiert. Bei der Montage im Einsatz lässt sich das Gerät dank des staubresistenten, bürstenlosen PowerDrive-Motors nach ersten Einschätzungen des Herstellers im Schnitt rund fünf Jahre nutzen. Die vollständige Einkapselung bewahrt den Motor vor Verschleiß durch Staub und Dreck.

Wegen des mobilen Einsatzes haben die Ingenieure von Fein auf das Gewicht geachtet. Der CCG 18V wiegt 1,95 kg, das Kabelgerät bringt 2,5 kg auf die Waage. Weil sich die Drehzahl der Akku-Maschine stufenlos von 2.500 bis 8.500 Umdrehungen pro Minute einstellen lässt, ist diese zugleich für Edelstahl geeignet. Die flexible Anwendung ist auf der Baustelle von Vorteil.

Zum Anfasen von Stahlwerkstücken oder längeren Schleifarbeiten von dickeren Schweißnähten nutzen die Mitarbeiter von Andreas Brunn und Michael Jooss Netzgeräte der Modellreihe WSG 17. Diese bringen zwischen 1.100 und 1.500 Watt Leistung, das Akku-Gerät CCG 18V ca. 1.100 Watt.

Unabhängig davon, ob die Energie über Kabel oder Akku generiert wird, sind alle Modelle mit einem Sanftanlauf ausgestattet, der für ein gleichmäßiges und sicheres Hochfahren der Maschine sorgt. Auch ein Wiederanlaufschutz ist serienmäßig, er verhindert ein unbeabsichtigtes Wiedereinschalten. Die Schnellstoppfunktion hält die rotierende Scheibe beim Abschalten der Maschine in Sekundenschnelle an.

Vor Ort bei Brunn Metallbau

Metallbaumeister Andreas Brunn ist 27 Jahre alt. Seinen Betrieb in Pfalzgrafenweiler, Landkreis Freudenstadt, hat er im Jahr 2013 gegründet. Insgesamt haben rund 30 Metallbaubetriebe in dieser Region ihren Standort. Im Ort Pfalzgrafenweiler mit ca. 7.000 Einwohnern gibt es nur eine Handvoll Mitbewerber.

Vorab die Bilanz des Jungunternehmers: „Ich habe mit dem Betrieb noch keine schlechten Zeiten erlebt. Die Entwicklung der vergangenen sechs Jahre macht mich sehr glücklich.“ Der Sprung in die Selbständigkeit ist für Brunn offenbar gelungen, bereits nach vier Jahren liefen die Geschäfte derart gut, dass er die angemietete Halle aufgab und eine Produktionshalle mit ca. 500 m² Fläche bauen ließ. Dort fertigt er heute mit fünf Mitarbeitern – allesamt gelernte Metallbauer.

Im Schwerpunkt Stahlbau

Im vergangenen Jahr hat sein Team einen Umsatz von ca. 800.000 Euro erwirtschaftet. Standardaufträge haben ein Volumen bis zu 10.000 Euro, Einzelaufträge umfassen bis zu 150.000 Euro. Verarbeitet wird ausschließlich Stahl (70%) und Edelstahl (30%). „Der Trend zum Material Edelstahl ist ungebrochen, weil es eben edel ist, langlebig und weniger Verfärbungen hat als verzinkter Stahl.“

Das Portfolio umfasst vor allem Stahlkonstruktionen für Anbauten, Treppen, Vordächer, Carports und Geländer sowie die Montage von Stahltüren als Systembauteile.

Im Zuge des Neubaus hat der Unternehmer in die Betriebsausstattung investiert. Vom Hallenkran über Schweißtische, eine automatische Bandsäge, einen Gabelstapler, einen Transporter und für die Blechbearbeitung eine Schlagschere bis 6 mm Dicke und 3 m Länge sowie eine kleine Abkantmaschine. „Dieses Jahr haben wir eine handgeführte Plasmamaschine angeschafft, über eine Investition in eine CNC-Steuerung mit Tisch denke ich nach“, erzählt er.

Winkelschleifer in der Anwendung

Die Akku-Winkelschleifer CCG 18V nutzen die Mitarbeiter von Brunn mit High-Power-Batterien, die nach Angaben des Herstellers eine 75% höhere Stromstärke als Li-Ionen-Akkus haben sollen. „Für unsere Zwecke ist der Akku leistungsstabil“, bewertet der Geselle Lukas Kollmar.

In der Werkstatt wird die Maschine in erster Linie zum Entgraten von Stahlträgern eingesetzt. „Mit dem kabellosen Gerät habe ich mehr Bewegungsfreiheit, um in den Materialvorgassen die Flansche zu entgraten“, sagt Kollmar. Darüber hinaus wird das Akkugerät auf der Baustelle genutzt, beispielsweise beim Trennen von Stahl oder auch zum Abschleifen kleinerer Schweißnähte.

Die stufenlose Regelung der Umdrehungen von 2.500 bis 8.500 Umdrehungen pro Minute schätzen die Metallbauer für die Nachbearbeitung von verzinktem Stahl. „Es ist für das Schliffbild von Vorteil, wenn wir dabei die Umdrehungen reduzieren können“, so Kollmar.

Da sich in der Produktionshalle der Stromanschluss ganz in der Nähe der Schweißtische befindet, werden dort die Netzgeräte WSG17 125 PR mit vier Meter langem Kabel genutzt. „Etwa wenn wir Stahlkanten anfasen oder dicke Schweißnähte schleifen. Für diese Anwendung müsste der Akku mehrmals gewechselt werden, mit einem Kabelgerät hingegen können wir 30 Minuten lang mit ca. 1.300 Watt durcharbeiten.“ Der Metallbauer ergänzt: „Natürlich wäre ein stärkerer Akku gut, aber ich bin mir nicht sicher, ob es je einen geben wird, der so stark ist, wie wir ihn für das Abschleifen großer, dicker Schweißnähte benötigen.“

Hilfreich für umfassendere Schleifarbeiten findet Lukas Kollmar die sogenannte Rat Tail-Griffform des Kabelgerätes und die vergleichsweise große Auflagefläche. „So kann ich meine komplette Kraft in Arbeitsrichtung geben.“ Im Vergleich zum Einhand-Winkelschleifer kann der Metallbauer die Maschine durch die Verlängerung des Griffs besser kontrollieren und profitiert von einer optimierten Laufruhe. Der Griff des Akku-Gerätes ist nicht für einen Einsatz von 30 Minuten und länger konzipiert.

Vor Ort bei Bulmer Metallbau

Metallbaumeister Michael Jooss hat das Unternehmen Bulmer Metallbau im Jahr 2014 gekauft, seinerzeit hatte der knapp 50 Jahre alte Betrieb zwei Mitarbeiter. Jooss beschäftigt inzwischen acht Metallbauer, die meisten von ihnen hat er selbst ausgebildet. Im Rückblick ist er froh, sich über seinen Sprung in die Selbständigkeit nicht so viele Gedanken gemacht zu haben. „Unternehmer müssen laufend mit Schwankungen sowohl in den Marktsegmenten als auch im Betriebsmanagement klarkommen, insgesamt weiß ich jedoch meine Gestaltungsfreiheit zu schätzen.“

Freude hat er vor allem an der Arbeit im Team und am Ausbilden. Nichtsdestotrotz rät er Meistern mit dem Wunsch, ein Unternehmen zu betreiben, umfängliche Beratungsgespräche mit Handwerkskammern, Unternehmernetzwerken oder Banken zu führen. Ohne Frage ist es von Vorteil, vorab informiert zu sein und so unangenehme Überraschungen im Laufe des Aufbaus zu begrenzen.

Klassisches Portfolio

Bulmer verarbeitet zu 50% Aluminium, zu 25% Stahl und zu 25% Edelstahl. Der Betrieb in Nagold-Emmingen bietet ein klassisches Portfolio, das angefangen von Alu-Glas-Fassaden, Türen und Fenstern über Winter- und Sommergärten bis hin zu Geländern, Treppen und Stahlkonstruktionen reicht.

Signifikante Änderungen stellt der Unternehmer vor allem im Segment Winter-/Sommergarten fest. „Auf ca. zehn Aufträge für Sommergärten kommen nur noch zwei für Wintergärten“, berichtet der 35-Jährige. Für diese Entwicklung spielt seiner Ansicht nach die kostengünstigere Herstellung von Sommergärten eine große Rolle. „Dass wir für einen Wintergarten fast so viele Bauanschlüsse benötigen wie für einen Neubau, schraubt die Preise nach oben.“

Jooss zeigt sich als dynamischer Unternehmer, der sich über fortlaufende Änderungen seines Marktes klar ist. „Hatten wir vor einem Jahr noch je zur Hälfte private und öffentliche Auftraggeber, so stammen aktuell unsere Aufträge zu 80% von der öffentlichen Hand. Auch das Einzugsgebiet hat sich in den vergangenen zwei Jahren erweitert.“ Inzwischen sind die Bulmer-Monteure in der gesamten süddeutschen Region tätig. Gleichwohl, wer im Februar bereits den halben Jahresumsatz im Auftragsbuch gesichert hat, ist für das laufende Jahr gut aufgestellt.

Investition in Digitalisierung

Damit der Betrieb angesichts der rasanten Entwicklungen im Bauwesen weiter gut positioniert bleibt, investiert Jooss in Digitalisierung. „Teils werden die Maßnahmen von der Kfw gefördert“, berichtet er. Neue Perspektiven erhofft er sich durch Einführung der Software MMC vom Glasermeister Stefan Zink. Die Branchensoftware ist modular aufgebaut, Grundmodul ist die MMC Datenbank: Auf Grundlage des SQL-Servers werden Stammdaten von Lieferanten, Kunden und Aufträgen zentral angelegt und gepflegt. Darauf aufbauend gibt es weitere Module: Beschaffung, Lager, Zeit, Qualität, Plantafel und  Papierlose Fertigung. Jooss schwebt vor, dass künftig in der Werkstatt jeder Arbeitsplatz über Touch-Screen-Terminals mit dem technischen Büro vernetzt ist, Pläne digital gelesen werden. „In der Abteilung Aluminium neben Säge und Bearbeitungszentrum werden wir die ersten Terminals installieren.“

Doch zuvor müssen Rahmenbedingungen für die digitale Umstrukturierung geschaffen werden, bei Bulmer Metallbau betraf dies beispielsweise die Neuordnung des Lagers. „Damit die digitale Integration des Lagers in die Wareneingangskontrolle gelingt, haben wir mit viel Eigenleistung und Wochenendarbeit eine Lagerbühne als offenes Stockwerk eingezogen und unsere Bestände neu in die Regale sortiert“, so Jooss.

Die Digitalisierung der Betriebsabläufe betrifft nicht allein die Technik, Baustellenberichte werden inzwischen über die App CraftNote erstellt, Absprachen über eine WhatsApp-Betriebsgruppe getroffen. „Immer öfters erstellen wir aus den Chats Baustellenrapports.“ Aktuell arbeitet er daran, dass die Monteure auch an Referenzfotos denken und den Content für das Marketing auf Facebook oder Instagram einstellen. Personal generiert der Betrieb ausschließlich über Social-Media-Kanäle.

Das 2D-CAD-Programm im Technischen Büro wurde bereits vor zwei Jahren mit der Software von Tenado um eine 3D-Lösung erweitert. Dafür haben einige Mitarbeiter eine Weiterbildung des Entwicklers in München besucht. Darüber hinaus wurde in einen Mercedes Vito investiert, der als Servicefahrzeug ausgestattet ist – u.a. mit einem Akku-Winkelschleifer CCG 18V mit High-Power-Batterien, einem Fein-Geradschleifer und Werkzeugen für Fensterreparaturen. Ferner wird in der Werkstatt, wo konsequent kabelgebundene Elektrowerkzeuge eingesetzt werden, eine Kernbohrmaschine von Fein genutzt.

„In der Nähe der Schweißtische sind viele Steckdosen, weshalb ich auch auf lange Sicht in der Werkstatt nicht auf Akku-Geräte umrüsten werde“, stellt Jooss fest. Zwecks fach- und normgerechter Anwendung hat jeder Metallbauer eine eigene PSA zur Verfügung. Der Unternehmer weiß: „Mit einer modernen, professionellen Ausstattung haben wir alle mehr Freude an der Arbeit und ein nachhaltiges Auftreten beim Kunden.“

www.bulmer.de

www.brunn-metallbau.de

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