Schweißelektroden aus Deutschland
Gesellschaft für Wolfram Industrie bleibt Standort treu
Während vielerorts geklagt wird, dass Unternehmen abwandern, steht die Gesellschaft für Wolfram Industrie mbH seit mehr als 100 Jahren entschlossen für den Standort Deutschland. Als letzter Hersteller in der westlichen Produktionswelt von WIG-Schweißelektroden fertigt der bayerische Familienbetrieb mit modernsten Technologien im bayerischen Nußdorf und Dachau sowie in einem Forschungs- und Entwicklungszentrum in der Schweiz.
An diesen Standorten entstehen mit über 120 Mitarbeitern aus hochwertigem Wolfram und Molybdän Präzisionsprodukte für anspruchsvolle Anwendungen. Nachhaltige Neubauten, kurze Wege und regionale Verbundenheit beweisen, dass eine zukunftsfähige, weiterhin erfolgreiche Industrie starke Wurzeln, Verantwortungsbewusstsein und auch Mut zum Standort braucht. Für dieses klare Bekenntnis zum Wirtschaftsstandort Deutschland wurde das Unternehmen 2024 mit dem Bayerischen Mittelstandspreis ausgezeichnet.
„Deindustrialisierung mag von manchen Unternehmen vielleicht sogar als Zukunftsziel auserkoren worden sein – aber da machen wir nicht mit“, erklärt Sebastian Freiherr von Cetto, Geschäftsführer der Gesellschaft für Wolfram Industrie mbH. Der Familienbetrieb mit Sitz in Nußdorf im Chiemgau zählt zu den traditionsreichsten metallverarbeitenden Unternehmen in Deutschland und gilt heute als letzter Hersteller von WIG-Schweißelektroden in der westlichen Produktionswelt. Während viele Wettbewerber längst auf die Fertigung in Asien setzen, hält Wolfram Industrie entschlossen an seinen Standorten in Bayern fest und beweist, dass Qualität, Verantwortung und Zukunftsfähigkeit eng miteinander verbunden sind und keine Widersprüche darstellen.
Wolfram Industrie hat die komplette Wertschöpfung in eigener Hand
Die Unternehmensgruppe umfasst neben der Gesellschaft für Wolfram Industrie mbH in Nußdorf auch die Bayerischen Metallwerke in Dachau sowie ein Forschungs- und Entwicklungszentrum in Winterthur in der Schweiz und deckt die gesamte Wertschöpfungskette der Wolfram- und Molybdänverarbeitung ab. Grundsätzlich beginnt der Wertschöpfungsprozess, ausgehend von der Rohpulverherstellung, mit Misch- und Pressverfahren, bevor als nächster Schritt das Sintern folgt. Danach folgen Zerspanungs- und Umformungsprozesse, bei denen Stäbe, Drähte, Elektroden und Sonderteile für Medizintechnik und Industrie entstehen – vom Einzelstück bis zur Millionenserie. Der Unternehmensslogan „More than just Tungsten“ unterstreicht die umfassende Expertise und die weitreichenden Fertigungsmöglichkeiten. Soweit irgend möglich werden alle Rohstoffe aus dem europäischen Raum bezogen. Auch das stellt ein Standortbekenntnis des Unternehmens dar. Die Kunden- und Anwendungsstruktur ist ebenso vielfältig wie die Produkte. Von der Luft- und Raumfahrt über die Energie- und Lebensmitteltechnik bis hin zur Halbleiterbranche ist der Kundenstamm angesiedelt. Gerade diese breite Aufstellung ist für den Geschäftsführer ein zentraler Baustein für unternehmerische Stabilität: „Wer in vielen Märkten zu Hause und breit aufgestellt ist, steckt konjunkturelle Schwankungen besser weg. Wenn ein Markt hustet, sollten wir nicht gleich eine Grippe bekommen“, so von Cetto.
Qualität entsteht bei Wolfram Industrie an allen Standorten
Auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten bleibt das Unternehmen seinem Kurs treu und damit auch dem Industriestandort Deutschland. „Wir sind ein Familienbetrieb und tragen Verantwortung für unsere 120 Mitarbeiter und ihre Familien“, erklärt von Cetto. Als Beispiel kann die Planung des Neubaus am bestehenden Hauptsitz gelten. Kurzzeitig wurde eine Zusammenlegung der Werke in Nußdorf und Dachau diskutiert. Davon wurde schnell wieder Abstand genommen, weil man den Mitarbeitenden keine langen Anfahrtswege zumuten wollte. Darüber hinaus spielt dabei aber auch das Qualitätsversprechen gegenüber den Kunden eine entscheidende Rolle. „Unsere Fertigungsverfahren sind sehr handwerks- und wissensintensiv. Diese Qualität können wir nur hier in Deutschland mit unsere Mitarbeitern garantieren“, betont von Cetto. Gerade Kunden aus regulierten Branchen wie der Luftfahrt schätzen diese Sicherheit – eine Neuzertifizierung durch Behörden wie die FAA würde sonst Millionen verschlingen. Nachhaltigkeit ist bei Wolfram Industrie kein modisches Schlagwort, sondern seit Jahrzehnten gelebte Praxis. Dem Unternehmen ist es seit jeher wichtig, achtsam mit den Ressourcen umzugehen. Die Herstellung von Wolframprodukten erfordert naturgemäß viel Energie, doch das Unternehmen setzt alles daran, diesen Verbrauch so effizient wie möglich zu gestalten. In den neuen Produktionshallen wurden umfangreiche Wärmerückgewinnungssysteme installiert, die überschüssige Energie aus den Fertigungsprozessen zur Gebäudeheizung nutzen. Gemeinsam mit einem regionalen Partner betreibt Wolfram Industrie zudem ein Projekt, bei dem mittels Photovoltaikanlage Wasserstoff erzeugt wird. Dieser wird anschließend als Prozessgas in der Produktion wiederverwendet.
Wolfram Industrie zeigt starker Mittelstand in Deutschland ist möglich
Dass Verantwortung für das bayerische Traditionsunternehmen auch außerhalb des Betriebsgeländes weit oben steht, zeigt sich unter anderem am Engagement zur Unterstützung sozialer Projekte wie der Lebenshilfe Traunstein sowie in der Partnerschaft der Schweizer Niederlassung in Winterthur mit der VESO-Arbeitsintegration, die Menschen nach einer vorübergehenden Arbeitsunfähigkeit dabei hilft, wieder im ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Mit seinem klaren Bekenntnis zu den heimischen Standorten, seinem hohen technologischen Anspruch, der nachhaltigen Produktion und sozialen Verantwortung beweist Wolfram Industrie, dass wirtschaftlicher Erfolg und gesellschaftliche Verantwortung Hand in Hand gehen können. „Wir wollen exemplarisch für einen Mittelstand stehen, der nicht jammert und lamentiert, sondern selbst gestaltet und dadurch zeigt, dass Industrie und Produktion auch zukünftig in Deutschland möglich sind – wenn man an die eigenen Stärken glaubt!“ erläutert von Cetto.
