Viel zu nett …

seien Metall- und Fassadenbauer zu ihren Geschäftspartnern, sagte mir kürzlich ein Baurechtsanwalt. Gemeint ist nicht Höflichkeit, sondern Zurückhaltung an Stellen, an denen klare vertragliche und rechtliche Absicherung nötig wäre. Schweigen ist eben nicht immer Gold – vor allem dann nicht, wenn es um Haftung, Gewährleistung und wirtschaftliche Risiken geht. Wer auf einen Mindestschutz seiner Interessen verzichtet, handelt nicht fair, sondern fahrlässig gegenüber dem eigenen Unternehmen. Warum dafür eine Rechtsschutzversicherung wichtig ist und welche Mindest- und Komfortmodule sinnvoll sein können, das erläutern die Versicherungsexperten Magnus Prütt und Linus Heitmann.

Schlechte Noten für die Politik

Dass viele Unternehmer derzeit unter Druck stehen, bestätigt eine Anfang Februar veröffentlichte Umfrage des ifo-Instituts. Mit der Schulnote 4,2 fällt das Zeugnis der Wirtschaft für die Politik deutlich aus. „Die Kritik erstreckt sich über alle Politikfelder und wird von allen Branchen gleichermaßen geäußert, positive Bewertungen sind selten“, heißt es in der Pressemitteilung. Der politische Rahmen bietet also wenig Rückhalt – umso wichtiger ist es, dass Betriebe ihre eigenen Risiken konsequent absichern.

Klar äußern sich die Unternehmen mit Blick auf die vielbesprochenen Handlungsfelder. 40,4 Prozent der Unternehmen fordern vorrangig einen Abbau von Bürokratie und Regulierung. An zweiter Stelle folgen Reformen bei Steuern und Abgaben mit 37,1 Prozent, etwa durch Steuersenkungen oder eine Vereinfachung des Steuersystems. 24,6 Prozent nennen den Arbeitsmarkt und den Fachkräftemangel, 23,3 Prozent die Energiepolitik. Weitere 21,3 Prozent verweisen auf Investitionen, Standortbedingungen und Infrastruktur.

Neuwahlen in drei Jahren

Unternehmer Martin J. Hörmann hatte vor den Neuwahlen der Bundesregierung in einem Interview (S. 18) ein 100-Tage-Sofortprogramm zur Konsolidierung der Wirtschaft gefordert. Nach rund 270 Tagen Koalitionsregierung von CDU/CSU und SPD wirkt der Begriff „Reformstau“ inzwischen abgegriffen. Die Uhr tickt – und bis spürbare politische Verbesserungen eintreten, bleibt unternehmerische Initiative und Vorsorge notwendig.


Eine hilfreiche Lektüre wünscht

Stefanie Manger
Chefredakteurin

 


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