Wettbewerb

1. Preis Architektur - Verzinkerpreis

Die sieben Gewinner in Bild und Text

Von 52 Bewerbungen für den Verzinkerpreis, der mit 15.000 Euro dotiert ist, wurden elf prämiert, anerkannt oder belobigt. Dieser Beitrag stellt die sieben Gewinner mit den Preisträgern in der Kategorie Architektur vor. Die vier Gewinner der Kategorie Metallgestaltung finden Sie hier.

Der erste Preis ging an das Eingangsgebäude Freilichtmuseum Hagen, geplant und umgesetzt von Schnoklake Betz Dömer Architekten und rmt Metall Technik. Die Jury kommentierte: Mit dem Eingangsgebäude des Freilichtmuseums Hagen schaffen Schnoklake Betz Dömer Architekten eine perfekte Synthese aus der Historie des Ortes, einer nachhaltigen Bauweise und einer markanten, aber dennoch unaufdringlichen Architektur, die mit einem hohen handwerklichen Anspruch durch die rmt Metall Technik GmbH mit maßgenauer Perfektion umgesetzt wurde. Das neue Eingangsgebäude wird durch feuerverzinkte Oberflächen geprägt, die auf moderne Weise einen Bezug zum Museumsschwerpunkt Zinkverarbeitung herstellen. Die Oberflächen changieren zwischen matt, glänzend und spiegelnd und machen die sinnliche und konstruktive Qualität feuerverzinkter Bauteile erfahrbar, deren Einsatzbreite von tragenden Bauteilen über Fassaden-, Boden- und Deckenelementen bis hin zu Möbeloberflächen reicht. Die kreislauffähigen feuerverzinkten Bauteile sind zudem ein essentieller Bestandteil des Nachhaltigkeitskonzeptes, das zirkuläre mit nachwachsenden Materialien kombiniert, Geothermie und Photovoltaik zur Energiegewinnung einsetzt und durch die Architektur beispielsweise in Form großer Dachüberstände zur Verringerung des Energiebedarfs beiträgt. Ein würdiger 1. Preis, der die Jury beeindruckt hat.

Weiter erhielt einen ersten Preis das Projekt K.118 - Kopfbau Halle 118; Preisträger ist bürobau in situ. Die Jury kommentiert: Mit der Aufstockung einer bestehenden Lagerhalle, unter maximalem Einsatz von wiederverwendeten Bauteilen, hat das baubüro in situ ein zukunftsweisendes Projekt geschaffen, das höchste Nachhaltigkeitsanforderungen erfüllt ohne Abstriche an den Architekturanspruch zu machen. K.118 zeigt, dass durch Wiederverwendung der CO2-Fußabdruck im Vergleich zu einem konventionellen Neubau um 60% verringert werden kann, aber auch die Herausforderung an die Planenden, weil der Planungsprozess sich umkehrt. Dies zeigt sich exemplarisch an der rund 22 Meter hohen und 28 Jahre alten feuerverzinkten Stahltreppe, die K.118 erschließt und vorher als Fluchttreppe an einem Bürogebäude diente. Durch die Wiederverwendung der Treppe wurden 22 t CO2 eingespart. Die Treppe ist zudem ein gutes Beispiel für die Umkehrung des Planungsprozesses, denn ihre Podeste haben die Geschosshöhen des Gebäudes bestimmt. K.118 zeigt wie nachhaltiges und ressourcenschonendes Bauen von morgen aussehen kann.

Der Aussichtsturm "Vierte Wand" erhielt in der Kategorie Architektur den dritten Preis. Architekten und Designer waren: Eldine Heep & Klemens Schillinger sowie Manfred Karl. Die Jury kommentiert:Der Aussichtsturm „Vierte Wand" von Heep & Schillinger besticht durch eine große Klarheit der Gestaltung und eine respektvolle Einbindung in die umgebende Natur aus. Er ist ein Ersatzbauwerk für einen in die Jahre gekommenen Aussichtsturm in Holzbauweise aus dem Jahr 1993. Der Name „Vierte Wand“ ist ein Begriff aus dem Theater und beschreibt die imaginäre Grenze zwischen Bühne und Publikum, deren Durchbrechung eine direkte Interaktion bedeutet. Der Aussichtsturm nutzt diese Dramaturgie als Spannungselement. Seine Treppe führt räumlich gestaffelt über eine mit Lärchenholzlamellen verkleidete feuerverzinkte Stahlstruktur serpentinenförmig nach oben. Dabei wird durch die Wand eine Seite der offenen Stahlkonstruktion verdeckt und der Blick auf den umliegenden Wald gelenkt, um dann oben angekommen ein atemberaubendes Panorama auf den Seekopf zu eröffnen.

Eine Anerkennung erhielt "The Terrace", Preisträger sind die AHM Architekten BDA. Die Jury kommentiert: The Terrace befindet sich als Teil eines Ensembles aus vier Bürogebäuden an der Spree in Berlin-Charlottenburg. Mit seiner Formgebung und Höhe weckt der Acht-Geschosser Assoziationen an ein Kreuzfahrschiff. Seine umlaufend auskragenden Balkone, deren Brüstungen und Untersichten mit feuerverzinktem Stahlblech und Gitterrosten verkleidet sind, erzeugen im Wechsel mit zurückgesetzten raumhohen Verglasungen den Eindruck von übereinander schwebenden, terrassierten Ebenen. Feuerverzinkte Gitterroste als Umwehrungen prägen durch ihre materialspezifische Tiefe, Transparenz und Reflektionsfähigkeit das äußere Erscheinungsbild und kommen zusätzlich als Bodenbelag der Balkone und als Deckenbekleidung im Inneren zum Einsatz. Die Jury lobt den konsequenten Einsatz von feuerverzinkten Stahlelementen in Kombination mit Glas und Beton im gehobenen Bürobau.

Eine weitere Anerkennung erhielt der "Silberne Vorhang"; Preisträger ist das Büro Wagner. Die Jury kommentiert: Die Architekten von Büro Wagner machen mit der Umnutzung eines Kellers deutlich, dass Kellerräume ungenutzte Potenziale für die städtische Nachverdichtung besitzen. Über einen Luftraum wurde der Keller mit dem Erdgeschoss verbunden. Mittels Einbauten aus feuerverzinkten Stahlbauteilen und Gitterosten gelangt man in die neue Einheit. Für eine ausreichende Belichtung wurde das Fenster ins Untergeschoss erweitert. An dem als Büroraum genutzten Umbau beeindruckte die Jury zudem der Kanon der eingesetzten industriellen Materialien, beispielsweise Aluminiumdampfsperren und Luftpolsterfolien als Vorhänge, feuerverzinkte Gitterroste und feuerverzinkter Stahl für Einbauten und Möbel. Sie bekommen durch die Verarbeitung und Verwendung in einem ihnen fremdem Kontext eine neue Wertigkeit.

Belobigt wurde eine Halle für autonomes Fahren mit R30 Brandschutz durch Feuerverzinken; Preisträger ist Biedenkapp Stahlbau. Die Jury kommentierte: Auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz entstand eine Halle, die für Tests zum „autonomen Fahren“ genutzt wird. Die 300 Meter lange stützenfreie Halle musste auch R30-Brandschutzanforderungen erfüllen. Bezüglich der Brandschutzes zeigte eine durch Biedenkapp Stahlbau durchgeführte Kostenanalyse, dass der ausgewählte, durch Heißbemessung nachgewiesene R30 Brandschutz durch Feuerverzinken die geringsten Gesamtherstellungskosten für den Stahlbau verursachte. Das Projekt macht exemplarisch deutlich, dass durch Feuerverzinken dauerhafte, nachhaltige und auch wirtschaftliche Brandschutzlösungen in der Praxis möglich sind.

Die zweite Belobigung wurde dem E-Bus-Port in Nürnberg ausgesprochen. Preisträger ist die VAG Verkehrsgesellschaft. Die Jury kommentiert: Elektrobusse können einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten, wenn hierfür die infrastrukturellen Voraussetzungen geschaffen werden. Wie dies gelingen kann, zeigt in vorbildlicher Weise die Nürnberger Verkehrsaktiengesellschaft. Rund die Hälfte ihrer Busse betreibt die Verkehrsaktiengesellschaft mittlerweile elektrisch und damit klimaneutral. Um ihre E-Busse mit Energie zu versorgen, wurde im Jahr 2021 ein Ladehafen in Betrieb genommen, der Platz für 39 Busse bietet. 210 Tonnen feuerverzinkter Stahl bilden die Dachkonstruktion der Abstellbereiche. Die Dachfläche ist extensiv begrünt und trägt eine PV-Anlag mit einer Spitzenleistung von 330 kWp. Zirkulärer feuerverzinkter Stahl erweist sich bei dem Projekt als wichtiger Enabler der Verkehrs- und Energiewende.

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