Neue Strategie für Brückennetz
Forderungen von DSTV und bauforumstahl für Brückeninfrastruktur 29.07.2026 |
"Wir brauchen eine vorausschauende Strategie für Brücken und Verkehrsnetze, schnellere Verfahren und den Mut, Entscheidungen rechtzeitig zu treffen", meint Gregor Machura, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Stahlbau-Verbands DSTV e.V. und bauforumstahl e.V.
Foto: BFS
"Wir brauchen eine vorausschauende Strategie für Brücken und Verkehrsnetze, schnellere Verfahren und den Mut, Entscheidungen rechtzeitig zu treffen", meint Gregor Machura, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Stahlbau-Verbands DSTV e.V. und bauforumstahl e.V.
Foto: BFS
Der Deutsche Stahlbau-Verband DSTV und bauforumstahl fordern einen Kurswechsel beim Umgang mit der alternden Brückeninfrastruktur in Deutschland. Statt auf Sperrungen und akute Schäden mit Einzelmaßnahmen zu reagieren, sollten Brücken, Verkehrswege und regionale Infrastruktur vorausschauend, vernetzt und langfristig geplant werden. Den entsprechenden Antrag der CDU NRW für einen regionalen Brücken- und Verkehrsplan am Mittelrhein unterstützt der Verband ausdrücklich. Die Sperrung der Friedrich-Ebert-Brücke in Bonn zeigt, welche weitreichenden Folgen der Ausfall einer einzelnen Rheinquerung haben kann. Pendler, Handwerk, Industrie und Logistik sind unmittelbar betroffen. Gleichzeitig steigt die Belastung auf den verbleibenden Verkehrswegen und Brücken.
Brücken als Teil eines Netzes planen
Brücken dürfen nicht länger als isolierte Einzelbauwerke betrachtet werden. Ersatzneubauten, Zubringer, Anschlussstellen und das nachgeordnete Verkehrsnetz müssen gemeinsam geplant und mögliche Parallelausfälle weiterer Bauwerke von Beginn an berücksichtigt werden. Der DSTV und bauforumstahl begrüßen daher ausdrücklich politische Initiativen und Anträge, wie den der CDU NRW, die eine integrierte Verkehrsplanung, belastbare Ausfall- und Umleitungskonzepte sowie eine stärkere Abstimmung zwischen Bund, Ländern, Kommunen, Infrastrukturträgern und Wirtschaft fordern.
Zusätzliche und leistungsfähige Verkehrsverbindungen sind Teil einer vorausschauenden Infrastrukturpolitik. Projekte wie die Rheinspange 553 – eine geplante neue Rheinquerung zwischen Köln und Bonn zur Entlastung bestehender Brücken und Verkehrsachsen – können dazu beitragen, notwendige Redundanzen zu schaffen und die Widerstandsfähigkeit regionaler Verkehrsnetze zu erhöhen.
Deutschland verfügt über neue gesetzliche Instrumente und freigegebene finanzielle Mittel für die Modernisierung seiner Infrastruktur. Entscheidend ist nun, dass daraus konkrete Projekte werden. Der DSTV und bfs fordern z.B. seit Langem verbindliche Fristen für Planungs- und Genehmigungsverfahren, vereinfachte Verfahren für Ersatzneubauten und eine klare Priorisierung kritischer Infrastruktur. Dabei sollten auch schnell umsetzbare und rückbaubare provisorische Brückenlösungen stärker in den Blick genommen werden, wenn sie dazu beitragen können, die Folgen langfristiger Sperrungen für Menschen und Wirtschaft zu begrenzen. Beschleunigung bedeutet dabei nicht Verzicht auf Qualität. Es geht vielmehr um klare Zuständigkeiten, schlanke Verfahren und verlässliche Entscheidungen.
Die deutsche Stahlbauindustrie kann einen entscheidenden Beitrag zur Modernisierung der Infrastruktur leisten. Industrielle Vorfertigung, ein hoher Vorfertigungsgrad und kurze Montagezeiten vor Ort ermöglichen schnelle und effiziente Bauprozesse. Gleichzeitig ist Stahl vollständig kreislauffähig und bietet große Potenziale für den Rückbau und die Wiederverwendung. Die mittelständisch geprägte Stahlbaubranche ist bereit, Verantwortung für die anstehenden Infrastrukturaufgaben zu übernehmen. Dafür braucht sie jedoch verlässliche Rahmenbedingungen, planbare Auftragsperspektiven und eine langfristige Investitionssicherheit.
