Brandschutz in Hochhäusern

Fluchttür mit Druckausgleich

Eine neuartige Flucht-/Brandschutztür mit Patenten für Europa, den USA und China zeigte Bekim Mazreku auf der FeuerTrutz in Nürnberg. Der Geschäftsführer der Firma Hapu mit Sitz in Nettetal hat mit Brandschutzsystemprofilen eine Türlösung entwickelt, die temporäre Luftdruckunterschiede mechanisch über ein integriertes Ventil (-klappe) ausgleicht.

Für diese Lösung wird in den unteren Teil einer Aluminiumglastür eine spezielle Ventilklappe integriert. Beim Betätigen des Türgriffs wird dieses Ventil ausgelöst, sodass die Druckluft in Echtzeit entweichen kann und die Tür sich mit einer Kraft von unter 100 Newton mühelos benutzerfreundlich öffnen lässt.

Mit seiner Erfindung möchte Mazreku ermöglichen, dass eine Flucht-/Brandschutztür selbst bei Unter- oder Überdruckverhältnissen von bis zu 450 Pascal – wie sie bei der Brandbekämpfung in Sicherheitstreppenhäusern von Hochhäusern auftreten können –  jederzeit geöffnet werden kann. „Die Zertifizierung durch ein unabhängiges Prüfinstitut läuft bereits“, sagte Mazreku.

Als typische Anwendung beschrieb er die neuartige Türe als Zugang zu Sicherheitstreppenhäusern in Hochhäusern. Im Baurecht sind bei Hochhäusern bis 60 m Höhe entweder zwei notwendige Treppenhäuser oder ein Sicherheitstreppenhaus mit Druckbelüftungsanlage vorgeschrieben. Bei Hochhäusern über 60 m Höhe müssen alle notwendigen Treppenhäuser als Sicherheitstreppenhäuser ausgeführt sein.

Da Druckbelüftungsanlagen in den Treppenhäusern häufig so hohe Druckverhältnisse erzeugen, dass herkömmliche Fluchttüren sich nicht mehr sicher öffnen oder schließen lassen, kann Mazrekus Türlösung eine entscheidende Verbesserung leisten: Die Flucht- und Brandschutztüre gleicht den Druck über das Ventil aus und bleibt so auch im Notfall voll funktionsfähig – ein Beitrag zur Sicherheit im Brandfall. 

www.hapu-gmbh.de

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