Lochblech und Streckmetall individuell gestaltet

Kreativität zahlt sich aus

Die Gewinner des Leserwettbewerbs „Lochblech und Streckmetall“ von metallbau und MEVACO stehen fest und zeigen: Auch Alltagsobjekte müssen nicht von der Stange sein. Gerade Individualität sichert Metallbauern oft ihren Geschäftserfolg

Rautenförmig, rund oder quadratisch, mit Zierlochungen oder rein für die Funktion gestanzt und geschnitten: Lochblech und Streckmetall schützen Menschen und Geräte, verschönern Objekte oder verkleiden sie. Draußen ebenso wie drinnen, als Büromöbel mit Durchblick etwa oder als hygienische Arbeitsfläche in der Küche. Welche Vielfalt in dem Material steckt, das hat auch der Leserwettbewerb gezeigt, den metallbau zusammen mit MEVACO im August 2011 ausgelobt hat. Gefragt waren kreative Lösungen rund um den Einsatz von Lochblech, Streckmetall und Strukturblech.
Beteiligt haben sich Metallbauer, die aus Blechen zum Beispiel Zimmerdecken aus Streckmetall, Treppen oder Absturzsicherungen gestalten, ebenso wie Künstler, die mit Lochblechen arbeiten und strukturierte Bilder als Deko entwerfen. Keine leichte Entscheidung also für die Jury, in der Experten aus der Redaktion metallbau und von MEVACO saßen. „Durchgesetzt haben sich letztlich die Anwendungen, die das Spiel von Design und Funktionalität beherrschen“, erklärt Astrid Ehm, Jurymitglied und Leiterin Unternehmenskommunikation der MEVACO GmbH in Göppingen, die die Preise auslobte.  
Die Entscheidungen. Am besten zeigt das aus Jurysicht ein Holzschuppen von der Metallbau Bittl GmbH & Co. KG in Dollstein. Für den 1. Preis erhielt Ludwig Bittl einen Materialgutschein im Wert von 1000 Euro von MEVACO.
Platz zwei und ein Materialgutschein über 700 Euro ging an Andreas Braum von der Stahlwerk Metalldesign GmbH in Wallertheim für seine Verkleidung von Mülltonnen. Den mit Material für 300 Euro dotierten dritten Preis gewann Rolf Stößel von der Interfer Aluminium GmbH in Werl für die zusammen mit der ortsansässigen LS Lublow GmbH entworfene Lärmschutzwand für Straßen, die jetzt in Niedersachsen zum Einsatz kommen soll.  
Ästhetik und Nutzen. „Allen Umsetzungen gemeinsam ist, dass sie den ästhetischen Aspekt mit dem Nutzen kombinieren“, so Ehm. Dass sich Individualität auch wirtschaftlich lohnt, können die Gewinner Braum und Stößel aus ihrem Geschäftsalltag auf jeden Fall bestätigen. Bei ihnen sicherten gerade solche Ideen wie ihre jetzt ausgezeichneten Arbeiten die Nachfrage, berichten die beiden aus Erfahrung.
 
Außenwirkung. „Es sind gute Beispiele dafür, dass Metallgestaltung nicht allein mit Hammer und Amboss stattfindet“, erläutert metallbau-Chefredakteur Stefan Elgaß. Nicht nur Kunstschmiede-Objekte, jede Arbeit müsste gestaltet werden. „Denn sie haben alle eine Außenwirkung. Das ist ein ganz wichtiger Aspekt im modernen Metallbau.“ Elgaß begrüßt deshalb die Unterstützung des Herstellers, der den Wettbewerb mit ausgerufen hat. „Denn damit stärkt MEVACO Metallbauer und ihre Produkte am Markt."

 

1.      Preis: Ludwig Bittl, Metallbau Bittl GmbH & Co. KG, Dollstein
 
Objekt: Holzschuppen
 
Frische Optik und dabei höchst funktionell: Den ersten Platz belegt Ludwig Bittl mit einer 5 mal 3 m großen Einhausung für einen Holzlagerplatz. Seine Wirkung erzielt das Objekt durch etwa 15 cm breite, pulverbeschichtete Streckmetallstreifen, die Bittl wie Schuppen überlappend angebracht und die Kanten mit einem Gummischutz versehen hat. „Das verkantete Streckmetall gibt der Sache Tiefe“, erläutert Bittl. „Und mit der Z-Form konnten wir sehr schön die waagerechte Optik der Holzfassade des Wohnhauses aufnehmen.“ Das sieht nicht nur gut aus, das Streckmetall gewährleistet auch, dass das gelagerte Holz gut belüftet wird.
 
„Farbgestaltung macht großen Spaß“
 
Ludwig Bittl führt die Metallbau Bittl GmbH & Co. KG in Dollstein bereits in zweiter Generation und beschäftigt vier Mitarbeiter sowie einen Auszubildenden. Zu seinem Kundenkreis zählen Unternehmen ebenso wie Privatleute. „Das ist bunt gemischt“, meint der der Stahlbau- und Schweißfach-Ingenieur, der mit seinem Betrieb die Geschäftsfelder Stahlbauten, Bauschlosserei, Treppen, Geländer, Balkone, Vordächer und Überdachungen sowie Sonderanfertigungen wie den prämierten Holzschuppen abdeckt. „Die Farbgestaltung hat mir besonders Spaß gemacht“, erzählt der Extremsportler, der privat Marathon läuft. „Es gefällt mir, wenn die Arbeiten nicht immer in dem üblichen Dunkelgrau DB 703 sein müssen.“ Lackieren kann Bittl selbst, sein Betrieb verfügt über eine eigene Pulverbeschichtungsanlage neben einer Sandstrahlanlage und einem 10-t-Brückenkran in einer rund 1200² großen Fertigungshalle.


 
2.      Preis: Andreas Braum, Stahlwerk Metalldesign GmbH in Wallertheim
 
Objekt: Verkleidung von Mülltonnen
 
Saubere Arbeit statt Hinterhof-Ambiente: Mit seiner Verkleidung von Mülltonnen sicherte sich Andreas Braum den zweiten Platz. Die Umsetzung mit Lochblech vermittelt nicht nur einen ästhetischen Eindruck, sondern hat nicht zuletzt wegen der sorgfältigen Verarbeitung auch einen hygienischen Effekt. „Wir machen uns die Arbeit, die Aluminium-Lochbleche zuerst in einen Edelstahlrahmen zu fassen, diesen dann zu verschweißen und auf Gehrung zu schleifen“, erklärt Braum. „Erst dann bauen wir die ganze Konstruktion auf, kleben alles Edelstahl per Hand ab und danach wird elektrostatisch beschichtet.“ Der Aufwand sei zwar sehr groß, „aber damit haben wir großen Erfolg.“
 
„Großer Aufwand zahlt sich aus“
 
Die Stahlwerk Metalldesign GmbH ist ein metallverarbeitender Betrieb, der sich schon seit Jahren mit der Verarbeitung von Lochblechen beschäftigt. „Wir verarbeiten es sehr aufwendig. Aber da Lochblech bei uns einen erheblichen Teil der Aufträge ausmacht, können wir aus der Erfahrung heraus sagen, dass sich der Aufwand auch ausbezahlt“, erzählt Geschäftsführer Andreas Braum. Erst seit zehn Jahren auf dem Markt, beschäftigt Stahlwerk heute bereits 34 Mitarbeiter. „Wir wachsen sehr schnell“, so Braum. „Unsere Auftragslage ist gerade deshalb so gut, weil wir individuelle Sachen und nichts von der Stange machen. Wir verstehen uns als Kreativ-Schlosserei.“ Die Ideen hat meist Braum selbst, der vor 25 Jahren als Künstler Möbel aus Stahl und Beton gebaut hat. Einmal pro Woche trifft er sich mit seinen Vorarbeitern und jedem interessierten Mitarbeiter zum Brainstorming. „Dabei kommen tolle Ideen raus. Der Werkstoff Stahl entlockt uns immer wieder neue Einfälle, die unseren Arbeiten das gewisse Etwas verleihen.“
 
3.      Preis: Rolf Stößel, Interfer Aluminium GmbH in Werl
 
Objekt: Lärmschutzwände
 
Durchlass für Grünes, nicht für Lärm: Ein Entwurf von Lärmschutzwänden für Straßen überzeugte die Jury für den dritten Platz. Entworfen hat sie Rolf Stößel von der Interfer Aluminium GmbH gemeinsam mit dem Lärmschutzbüro LS Lublow in Werl. Straßen und Anliegerseite sind dabei beide aus Aluminium-Streckmetall. Auf der zur Fahrbahn gerichteten Seite geht der Schall durch das Streckmetallgitter und wird etwa 20 mm dahinter teilweise absorbiert. Dort sind Dämmstoffplatten angebracht, die ein 40 mm dicker, wasserabweisender schwarzer Vlies kaschiert. Die Streckmetallgitter bieten zum einen Graffitisprayern wenig Fläche, zum anderen erleichtert die grobmaschige Struktur das Hochranken von Pflanzen. „Und die Begrünung ist schließlich der Sinn der Sache“, so Stößel, der bei den Lärmschutzelementen auch gleich die entsprechenden Werkzeuge, die halbautomatische Fertigung und Montagefreundlichkeit für die Serie mit hineinentwickelt hat.

„Kreativität sichert uns Nachfrage“
 
Als Tochter der internationalen Knauf Interfer Gruppe hat sich die Interfer Aluminium GmbH als Systemlieferant für hochwertige Profile und Fertigteile aus Aluminium aufgestellt. Zu den Produktschwerpunkten des Werks in Werl zählen Anwendungen in den Bereichen Automotive, Bauwesen, Engineering, Sanitär und Möbelbau. „Und zunehmend gewinnt Lärmschutz als Standbein“, berichtet Rolf Stößel, zuständig für Technik und Konstruktion bei Interfer Aluminium. Rund 110 Mitarbeiter hat der Strangpressprofilhersteller, der neben Fertigung auch Produktentwicklungen bietet. „Das ist ein Teil der Arbeit, der Spaß macht“, so Stößel. „Wir bieten Lösungen, auch wenn wir sie selbst nicht umsetzen. Aber wir helfen unseren Kunden, Produkte zu entwickeln und liefern dann dafür die Strangpressprofile an den Hersteller“, so der Konstrukteur. „Durch Kreativität sichern wir uns also die Nachfrage.“ 

 

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