Corona-Reset

Für einen Neustart muss am Handy der Knopf etwas länger gedrückt bleiben. Das schier endlos scheinende Corona-Reset drängt zur Frage: „Hat da jemand seinen Bleifinger auf dem Knopf abgelegt?“ Oder bringt das mögliche Ende der epidemischen Ausnahmesituation am 25. November einen merklichen Schritt in Richtung Neustart?

Längst haben sich mit dem Virus Covid-19 andere wirtschaftliche Hürden aufgetan. So müssen beispielsweise Halbleiter bei Brokern überteuert eingekauft werden, die Lieferproblematik bei Aluminiumprofilen hält an. Unternehmen, die noch traditionell über Lagerflächen und Kapital verfügen, versuchen gegenzusteuern; sie bemühen sich, ihre Unabhängigkeit von Brokern — den Verkäufern überteuerter Materialien — zurückzugewinnen und wollen wieder regulär bei Produzenten und Fachhändlern einkaufen können.

Die Realisten der Branche gehen nicht davon aus, dass die Materialpreise mittelfristig signifikant fallen werden, und bis sich die Lieferprobleme normalisieren, soll der Sommer 2022 ins Land gezogen sein. Konsequent hat der Zulieferer Schüco die Messe Fensterbau/Frontale in Nürnberg wegen der Lieferproblematik abgesagt. Das renommierte Metallbauunternehmen C.W. Dallwig wegen der Materialschwierigkeiten Kurzarbeit angemeldet.

Die gute Nachricht

Bei den ift-Fenstertagen konstatierte VFF-Geschäftsführer Frank Lange: „Die Branche des Fenster- und Fassadenbaus kann auf die Marktanfrage, die von Klimaschutzzielen ausgelöst wird, antworten. Die nötigen Kapazitäten werden wir mithilfe der Politik schaffen und so eine Marktsicherheit für die nächsten 20 Jahre erreichen.“

Zum Thema Nachhaltigkeit finden Sie in dieser Ausgabe einen Sonderteil. Wir über die Fortschritte der Aluminium-Kreislaufwirtschaft und über unternehmerisches Engagement, sich in Sachen Klimaschutz und Ethik auf Kurs zu bringen. So gibt es für die Stahlwertschöpfungskette beispielsweise ein unabhängiges Zertifizierungsprogramm „Responsible Steel“ und mit dem ArcelorMittal Stahlwerk Eisenhüttenstadt einen ersten zertifizierten Standort in Deutschland.

Vorbildlich in der CO2-Reduktion zeigt sich die Hörmann-Gruppe. Beim Video-Interview hat Martin J. Hörmann seine Mitarbeiterin Sarah Osterholt vorgestellt. Sie leitet seit dem Jahr 2019 die Abteilung Nachhaltigkeit in Steinhagen und setzt zentral von NRW aus Maßnahmen zur Reduktion von CO2-Emissionen in den Betrieben der Gruppe um.

Es grüßt Sie Stefanie Manger
Chefredakteurin

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