Veredler von Alu-Oberflächen
Mitgliederumfrage: Die Lage ist ernstDer Verband für die Oberflächenveredelung von Aluminium e. V. (VOA) veröffentlicht die aktuellen Ergebnisse seiner regelmäßigen Umfragen zur wirtschaftlichen Lage der VOA-Mitgliedsunternehmen und legt damit eine belastbare Datenbasis vor. Insgesamt zeigt sich im zweiten Halbjahr 2025, dass die Lage ernst ist.
Die konjunkturelle Wende der deutschen Wirtschaft lässt nach Auffassung aller führenden Wirtschaftsinstitute in Deutschland weiter auf sich warten, heißt es in der Pressemitteilung vom Dezember. Der VOA mit Sitz in München schreibt weiter: Dafür gibt es vielfältige Gründe, seien es die besonders hohen Strom- und Gaspreise im Vergleich zu anderen Ländern, die schwache Auftragslage der deutschen Industrie, die verhaltene Nachfrage aus dem Ausland im Hinblick auf Exporte, zudem rückläufige Investitionen – auch im privaten Bereich –, erhebliche strukturelle Probleme des Wirtschaftsstandorts sowie geopolitische Unsicherheiten, zu denen auch die Lage an den Rohstoffmärkten gehört, die sich nicht voraussagen lässt, und vieles mehr.
Die Kapazitätsauslastung der Mitglieder liegt wie im Mai 2025, dem Zeitpunkt der letzten Befragung, unverändert bei 77 %. Dies entspricht auch dem Niveau des ersten Halbjahres 2023. Den Tiefstwert notierte der VOA im November 2024 mit 68 %.
Hinsichtlich der Umsatzentwicklung bleiben 41 % der Unternehmen stabil, 32 % verzeichnen Rückgänge und 26 % Zuwächse. Bei Rückgängen liegen diese im Schnitt bei -9 %, während Zuwächse im Durchschnitt +21 % erreichen.
Bei den eingegangenen Aufträgen melden 41 % einen Status quo, 35 % Rückgänge (Durchschnitt ca. -11 %), und 24 % der Unternehmen verzeichnen eine Steigerung der Aufträge – durchschnittlich um +15 %.
Als Ursachen für die eingeschränkte Produktion geben 59 % der Mitgliedsunternehmen die Energiepreisentwicklung an (im Mai 2025: 58 %). Krankenstände steigen auf 44 % (im Mai 2025: 36 %), während der Arbeitskräfte- und Fachkräftemangel mit 32 % leicht zurückgeht (im Mai 2025: 42 %). Die Reihenfolge ändert sich damit zwar geringfügig, die Hauptursachen bleiben aber konstant präsent. Besonders die Energiepreisbelastungen sehen die VOA-Mitgliedsunternehmen kritisch. Strom- und Gaspreise werden von 97 % bzw. 88 % der Unternehmen (Mehrfachnennungen möglich) als äußerst relevant beschrieben. 56 % der Mitgliedsunternehmen schätzen die derzeitige Belastung als erheblich ein (-17% seit Mai 2025), 6 % als existenzbedrohend, wohingegen 38 % die Situation als mittelmäßig (-17 % seit Mai 2025) bewerten.
21 % fahren im zweiten Halbjahr 2025 Kurzarbeit
Die Kurzarbeit erlebt im Jahr 2025 ein Comeback. In der Industrie sorgen Lieferengpässe, hohe Energiepreise und schwache Exportmärkte für eine geringere Auslastung. So sieht sich das Bau- und Handwerksgewerbe, das durch die Verbindungen im Architekturbereich eng mit der Oberflächenveredelungsindustrie verknüpft ist, durch höhere Zinsen und gestiegene Materialkosten mit Projektstopps konfrontiert. Auch bei den Mitgliedsunternehmen, die an der aktuellen VOA-Umfrage teilnahmen, bestätigt sich dieser Trend, denn die Kurzarbeit nahm seit Mai 2025 um 15 % zu. Im Dezember 2025 machen 21 % der Mitgliedsunternehmen von dem Instrument Gebrauch. Im Mai 2025 waren es lediglich 6 %, im November 2024 12 %.
Aufgrund der anhaltend schlechten Lage gab es leider auch betriebsbedingte Kündigungen – bereits zum dritten Mal in Folge: 21 % der Unternehmen trennten sich von Mitarbeitern (im Mai 2025: 18 %, im November 2024: 12 %).
Im Ausbildungsbereich zeigen sich gemischte Entwicklungen. 47 % der befragten Unternehmen bilden in diesem Jahr aus, eine Steigerung von 8 % gegenüber Mai 2025. Zugleich sinkt die Ausbildungsbereitschaft für das kommende Ausbildungsjahr auf 38 % (im Mai 2025: 48 %), bleibt aber verglichen mit 2021 (29 %) weiterhin hoch.
Fazit
Insgesamt schätzen in der Oberflächenveredelungsbranche im zweiten Halbjahr 2025 jeweils 32 % der VOA-Mitglieder die Entwicklung ihres Unternehmens als positiv oder mittelmäßig ein, 29 % als negativ, und jeweils 3 % als sehr negativ bzw. sehr positiv. Verglichen mit den Ergebnissen aus dem ersten Halbjahr 2025 – 58 % mittelmäßig, 15 % negativ, 3 % sehr negativ, 15 % positiv, 9 % sehr positiv – entwickelt sich die Stimmung dieser Branche mehrheitlich leicht zum Besseren. www.voa.de
