Volker Klocke & Jörg Ludwig, heroal
„Wir bieten gewerkeübergreifende Fenstermodule.“Für die Fenstersysteme heroal W 72 und heroal W 77 hat der Systemgeber aus Verl auf der Fensterbau Frontale einen Modulbaukasten mit VS Z Textilscreen, einer Absturzsicherung, einem integrierten Insektenschutz sowie einer Fensterbank ausgestellt. Wir haben mit Volker Klocke, Leitung Markt- und Geschäftsentwicklung, und Jörg Ludwig, Verkaufsleitung Team Nord bei heroal, über die Vorteile solcher Gesamtlösungen gesprochen.
metallbau: Sie bieten Fensterprofilsysteme mit Fensterbank, Zipscreen, Insektenschutz und – wenn gefordert – auch mit Absturzsicherung aus einer Hand an. Inwiefern handelt es sich dabei um ein besonderes Angebot im Markt?
Jörg Ludwig: Besonders ist unser Angebot vor allem durch den systemischen Ansatz: Mit heroal plus erhalten Verarbeiter konstruktiv ideal aufeinander abgestimmte Lösungen für Fenster, Fensterbank, Zip-Screens, Insektenschutz und bei Bedarf auch Absturzsicherungen aus einer Hand. Das vereinfacht die Planung, erhöht die Effizienz und sorgt dank gleicher Beschichtung aller Komponenten für eine durchgängige Optik. Gleichzeitig bleibt das System flexibel, denn einzelne heroal plus Komponenten lassen sich bei Bedarf auch mit Systemen anderer Hersteller kombinieren.
metallbau: Welche Vorteile hat es, wenn die einzelnen Elemente des Fenstermoduls bereits in der Planungszeit aufeinander abgestimmt werden? Ist das nicht allein ein Mehraufwand an Kommunikation, der dem Metallbauer erspart bleibt? Und welche Fehlerquellen werden mit diesen Abläufen ausgeschlossen?
Ludwig: Gerade die frühzeitige Abstimmung aller Elemente reduziert den Kommunikationsaufwand deutlich, weil Metallbauer mit heroal einen zentralen Ansprechpartner für Planung, Bestellung und die kommissionsbezogene Lieferung aller Systeme haben. Gleichzeitig entfallen zusätzliche Abstimmungen zu Farben und Oberflächen mit verschiedenen Lieferanten, wodurch Schnittstellen vereinfacht und typische Fehlerquellen in Koordination, Bestellung und Ausführung minimiert werden.
metallbau: Inwiefern kann man dieses Angebot als ein Fenstermodul bezeichnen? Oder was muss der Metallbauer bei der Bestellung berücksichtigen, wenn er die diversen Produkte als Modul in den Rohbau einbauen möchte?
Ludwig: heroal plus wurde mit dem Ziel entwickelt, die Schnittstelle zwischen dem Fenster und den Zubehörkomponenten bestmöglich aufeinander abzustimmen, sodass ein Gesamtmodul entsteht. Die Montage des Fensters im Baukörper erfolgt dabei in gewohnter Weise.
metallbau: Sie hatten auf der Fensterbau Frontale Ihr Fenstermodul, bestehend aus einem Holz-Alu-System von Gutmann, einem Sonnen- und Insektenschutz, einer Absturzsicherung sowie einem Fensterbanksystem, ausgestellt, um die systemübergreifende Kompatibilität zu demonstrieren. Wird das Modul dann samt Glasscheibe vorgefertigt auf der Baustelle eingebaut?
Klocke: Auf der Messe haben wir unterschiedliche Kombinationsmöglichkeiten gezeigt – sowohl Verschattungslösungen auf heroal Fenstersystemen als auch auf Systemen anderer Hersteller aus Kunststoff, Holz und Holz-Alu. Ein Einbau als komplett vorgefertigtes Modul erfolgt nicht: Die Glasscheibe wird in der Regel separat zur Baustelle geliefert und erst im üblichen Montageprozess vor Ort durch den Fenstermonteur eingesetzt.
metallbau: Sie bieten Ihre Systemlösungen im Verschattungsbereich in unterschiedlichen Vorfertigungsgraden an. Können Sie die Unterschiede aus Sicht der Verarbeiter darstellen und wovon es abhängt, ob Metallbauer Systemware, Bausätze oder Fertigelemente bestellen?
Klocke: Für maximale Flexibilität und eine optimale Anpassung an betriebliche Anforderungen bietet heroal in den Produktbereichen Rollläden, Sonnenschutz und Rolltore die Möglichkeit, zwischen Systemware, Bausätzen und heroal Ready Fertigelementen zu wählen. Das ermöglicht Fachpartnern, besonders schnell und einfach auf kurzfristige Anfragen und aktuelle Marktanforderungen – etwa Schwankungen in der Auslastung – zu reagieren und Verkaufschancen gezielt zu nutzen.
metallbau: Wie verhalten sich die Märkte für Rollladen und Zipscreen, wie teilen sich die beiden Produkte prozentual den Gesamtabsatz bei heroal?
Klocke: Mengenmäßig stellen die Rollladensysteme nach wie vor den größeren Absatzbereich bei heroal dar. Gleichzeitig verzeichnen wir nach unserem Sonnenschutzsystem heroal VS Z in den vergangenen Jahren eine deutlich gestiegene Nachfrage.
metallbau: Welche technischen Neuerungen gibt es im Rollladenbau?
Klocke: In den vergangenen zwei Jahren haben wir mit heroal RS 37 SW und RS 52 SW (Small Winding) zwei neue Rollladenstäbe eingeführt – eine Stabkontur mit 37 mm Höhe und eine mit 52 mm. Ziel der Entwicklung ist eine maximal enge Wicklung und damit ein möglichst kleiner Ballendurchmesser, sodass die Blendkästen möglichst filigran ausfallen können. In unseren neuen Rollladenstäben steckt viel Entwicklungsarbeit, um genau die Geometrie zu formen, mit der sich ein kleiner Ballendurchmesser realisieren lässt. Die Entwicklung erfolgte mithilfe einer digitalen Simulation in Zusammenarbeit mit einer externen Forschungseinrichtung. So konnten wir bereits im Vorfeld genau sehen, wie sich Anpassungen einzelner Parameter auf das Wickelverhalten und den Ballendurchmesser auswirken. Zudem war uns ein planer Abschluss der Blendkästen durch eine bündig aufliegende Winkelendleiste wichtig – zum einen aus ästhetischen Gründen, zum anderen, um Insekten draußen zu halten.
metallbau: Lassen sich Rollladen und Zipscreen ansichtsgleich in Fenster integrieren?
Ludwig: Rollläden konnten bei uns immer schon ansichtsgleich integriert werden. Seit einiger Zeit ist auch die Integration von Zipscreens möglich. Diese Entwicklung wurde von uns in Zusammenarbeit mit unseren Partnern Exte und VEKA in den vergangenen Jahren vorangetrieben. So können inzwischen beim Neubau unterschiedliche Beschattungssysteme in denselben Aufsatzkasten integriert werden. So lässt sich je nach Raumnutzung die passende Beschattungsvariante auswählen. In Wohnräumen kommen häufig Textilscreens oder Raffstores zum Einsatz, während für Schlafzimmer nach wie vor der Rollladen bevorzugt wird. Auch bei Räumen, für die eine höhere Einbruchhemmung gewünscht ist, wird auf den Rollladen zurückgegriffen.
metallbau: Bieten Sie Metallbauunternehmen spezielle Schulungen zur Montage von Zipscreen und Rollladen an?
Ludwig: Mit dem Weiterbildungsangebot der heroal Academy bieten wir über 50 Schulungen in unterschiedlichen Bereichen an. Darunter fallen Schulungen zur Produktmontage, aber auch beispielsweise zu Themen wie Bauabwicklung oder Brandschutz.
metallbau: Vorab: Wie verteilt sich die Nachfrage nach dem Fenstermodul prozentual auf mechanische und mechatronische Varianten?
Klocke: Das Verhältnis zwischen mechanisch und mechatronisch bedienbaren Verschattungselementen liegt etwa bei 30 zu 70 Prozent. Insbesondere für preissensible Objekte wird die mechanische Bedienung der Beschattung weiterhin nachgefragt. Dabei ist der preisliche Unterschied nicht besonders hoch. Entscheidend sind meist die baulichen Voraussetzungen – beispielsweise, dass kein Stromanschluss benötigt wird und keine Kabel verlegt werden müssen.
metallbau: Vergleichsweise neu werden Rollladen und Textilscreen mit einem Solarantrieb angeboten. Inwiefern erleichtert diese Stromquelle den Einbau und begünstigt den Einsatz des Moduls bei Sanierungsmaßnahmen? Können Sie bereits etwas zur Nachfrage nach dem noch neuen Angebot sagen?
Klocke: Unsere solarbetriebenen Rollladen- und Sonnenschutzlösungen erleichtern den Einbau deutlich, weil keine aufwendige Kabelverlegung erforderlich ist und sich die Systeme dadurch besonders einfach, sauber und effizient montieren lassen. Gleichzeitig punkten sie durch mehr Nachhaltigkeit und Flexibilität in der Nachrüstung. Bei der Marktdurchdringung zeigen sich zwar regionale Unterschiede, doch insgesamt nimmt die Nachfrage spürbar zu: In den Niederlanden sind solare Antriebe bereits stark etabliert, und auch in Deutschland wächst das Interesse deutlich.
Business Konfigurator
Der heroal Business Konfigurator vereinfacht Prozesse entlang des gesamten Planungs- und Bestellprozesses. Über ihn lassen sich Fertigelemente konfigurieren, Angebote erstellen und direkt Bestellungen auslösen. Fachpartner profitieren dabei von tagesaktuellen Preisen, automatisierten Workflows mit integrierter Plausibilitätsprüfung und einer deutlichen Zeitersparnis. Von der Anbindung der 3D-Konfiguration für heroal Terrassendächer, Haustüren, Rollläden und Sonnenschutzlösungen bis zur Integration in die branchenführenden Softwarelösungen von LogiKal und Klaes unterstützt er nahtloses digitales Arbeiten.
Mit der werkseigenen Pulverbeschichtungsanlage, einer modernen Rollformungsanlage, der Behangfertigung sowie der neuen eigenen Tuchfertigung für Textilscreens verfügt das Systemhaus in Verl über eine hohe Fertigungstiefe und schafft gute Voraussetzungen für Qualität und Gestaltungsfreiheit.
