Zulieferer

Hella konsolidierte sich

"2025 ein notwendiges Übergangsjahr"

Für Hella war die Umsatzentwicklung 2025 das Ergebnis tiefgreifender unternehmerischer Entscheidungen. Im Rahmen einer Material- und Sortimentsfokussierung wurde die Produktion von Produkten für Kundensegmente mit geringen Margen beendet. Der inzwischen eingestellte Betrieb am Produktionsstandort Duisburg hat im Jahr 2024 noch rund 20 Millionen Euro zum Gesamtumsatz beigetragen. Dieser Teilbereich bestand aus Systemwaren, Komponenten und Aufsatzkästen, welche an die internationale Kunststoff-Fensterindustrie geliefert wurden. „Die Entscheidungen 2025 waren alternativlos und eine logische Konsequenz unserer strategischen Organisationsentwicklung. Der niedrigste Umsatz der jüngeren Unternehmensgeschichte muss in Kauf genommen werden, um neues Wachstum zu ermöglichen“, so Andreas Kraler, geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensgruppe. Die Kompensation durch andere Vertriebskanäle, Zielgruppen und Produkte ist angelaufen, schlägt sich jedoch noch nicht in vollem Umfang in den aktuellen Zahlen nieder. Das Geschäftsjahr 2025 fungierte als notwendiges Übergangsjahr der Konsolidierung.

Ein zentraler Pfeiler der Investitionsstrategie ist die Fokussierung auf den Wachstumsmarkt Outdoor Living. Marktprognosen stützen diesen Kurs: Während die Baubranche weiterhin vor Herausforderungen steht, wird für den Bereich des zusätzlichen Wohnraums im Freien eine Steigerung zwischen vier und 13 Prozent (Studie IMARC und MarketGrowthReports) prognostiziert. Der österreichische Hersteller positioniert sich als Premiumhersteller gezielt in diesem Wachstumssegment. Als Innovationstreiber fungiert eine neue Generation eines Lamellendachs, das im kommenden April auf einem Launch-Event in Stuttgart erstmalig präsentiert wird. Die modulare Lösung setzt auf Langlebigkeit sowie Reparaturfreundlichkeit und bietet zusätzliche Funktionalitäten wie integrierte Glas- oder Photovoltaik-Elemente.

Der deutsche Standort Werne wurde auf Fließfertigung umgestellt.
Foto: Hella

Der deutsche Standort Werne wurde auf Fließfertigung umgestellt.
Foto: Hella
Ein Meilenstein in der operativen Optimierung ist aktuell die Umstellung auf Fließfertigung am deutschen Standort Werne. Durch diese Art der industriellen Produktionsweise werden Durchlaufzeiten massiv reduziert und kürzere Einarbeitungszeiten für neue Mitarbeiter sichergestellt. Die Basis dafür wurde bereits im Dezember 2025 durch die Anmietung zusätzlicher Fertigungshallen geschaffen. Die Produktions- und Logistikfläche wurde dabei um knapp 35 Prozent erweitert und es wurde rund eine Million Euro investiert. Der Umbau bei laufendem Betrieb sicherte nicht nur zusätzliche Kapazitäten für Terrassendächer und Senkrecht- Markisen, sondern ermöglicht durch eine optimierte logistische Anbindung auch eine deutlich beschleunigte Auslieferung.

Damit der Hauptstandort im Osttiroler Abfaltersbach mehrheitlich energieautark bleibt, realisiert Hella 2026 weitere Investitionen in die Energieinfrastruktur. Dazu kommen Investitionen am deutschen Standort Geislingen. Dort investiert der Sonnenschutzspezialist rund 1,5 Millionen Euro in eine Dachsanierung und in Energieeffizienz. Mit einer neuen Photovoltaik-Anlage wird der Standort künftig mehr als ein Drittel seines eigenen Energiebedarfs decken können. Das am Standort der Konzernzentrale definierte Energiekonzept „Energie sparen, erzeugen und speichern“ wird vom Unternehmen laufend auf weitere Standorte ausgerollt.

Innerhalb der nächsten zwei Jahre soll die Umsatzmarke von 200 Millionen Euro wieder überschritten werden. „Das klare Ziel, wieder auf das Umsatzniveau unserer stärksten Jahre 2022 und 2023 zu kommen, ist gesetzt. Neues Wachstum gilt als Voraussetzung, um die Unternehmensstrukturen langfristig zu erhalten und weiterhin eine führende Rolle bei Innovationen und Marktanteilen im internationalen Wettbewerb zu spielen.“ so Kraler.

www.hella.info

Die Zentrale in Abfaltersbach (Osttirol, AT) produziert heute mehr Energie, als sie verbraucht.
Foto: Hella

Die Zentrale in Abfaltersbach (Osttirol, AT) produziert heute mehr Energie, als sie verbraucht.
Foto: Hella

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