Die Hängematte …

… wird im Betrieb wohl niemand aufhängen. Denn auch wenn Künstliche Intelligenz viele Abläufe beschleunigt, wird sie die gewonnene Zeit kaum in zusätzliche Freizeit verwandeln. Werben KI-Entwickler wie Dr. Miriam Maibaum von AI Ready oder Ingo Lederer von EZ.35 mit mehr Zeit für Hobbies und das soziale Umfeld, dann dient dies vertriebsstrategisch dazu, die Schlagkraft ihrer Werkzeuge zu unterstreichen. Wir stehen mitten in einem Marktbereinigungsprozess, in dem Geschwindigkeit zum entscheidenden Wettbewerbsfaktor wird! Gerade angesichts der enorm gestiegenen Bau- und Energiekosten sowie des Fachkräftemangels kommt die Automatisierung mithilfe Künstlicher Intelligenz zur rechten Zeit.

Sehr viele setzen KI ein, doch nur wenigen ist klar, dass sie sich noch ganz am Anfang der KI-Evolution befinden. Sie nutzen Tools wie ChatGPT, Microsoft Copilot oder Google Gemini und lassen teils ihren E-Mail-Account von einer KI steuern. Doch der Einsatz von Assistenzsystemen ist nur der Anfang. Das eigentliche Potenzial beginnt erst auf den höheren Entwicklungsstufen.

Für einen Metallbaubetrieb kann der sinnvolle Einstieg in der Ausschreibungsrecherche und -bearbeitung liegen, schreibt der Maschinenbauer und Wirtschaftswissenschaftler Volker Loibl-Kähler im ersten Fachbeitrag der dreiteiligen Serie „KI im Metallbau“.

Kalkulation mit KI-Agent

Branchen- und Digitalexperte Ingo Lederer hat mit seinem EZ.35-Team bereits einen KI-Agenten für diesen Aufgabenbereich entwickelt und in den Markt eingeführt. Nach Berechnungen von Lederer lassen sich Auftragsrecherche und Kalkulation mit KI um bis zu 90 Prozent schneller erledigen als mit der herkömmlichen Arbeitsweise und der gängigen Software. Den Beitrag über den neuen KI-Agenten und welche Metallbauunternehmen bereits damit arbeiten, lesen Sie ab Seite 6.

Trotz der möglichen Highspeed-Kalkulation kann ich mir nicht vorstellen, dass Kalkulatoren künftig Zeit haben, in der Hängematte zu dösen. Die gewonnene Zeit wird angesichts der gestiegenen Kosten und wegen des Fachkräftemangels dringend an anderer Stelle gebraucht. Ob diese möglichen Produktivitätsgewinne bereits eingepreist sind, vermag ich allerdings nicht zu sagen.

Der Projektentwickler Peter Matteo forderte beispielsweise bei einer Podiumsdiskussion während des VFF-Jahreskongresses, dass sich die Baukosten dringend um 20 bis 25 Prozent senken müssen. Eine Chance für eine Kostenreduktion von 10 Prozent sieht Matteo allein im schnelleren Bauen.

Ich wünsche Ihnen ein hilfreiches & spannendes Heft

Stefanie Manger

Chefredakteurin

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