Marktchancen
Metall- und Fassadenbauer, die Bestand, Nichtwohnbau, Hybridlösungen und komplexe Projektsteuerung beherrschen, haben gute Chancen in einem volatilen Markt. So die Quintessenz der Marktzahlen und Prognosen, die der VFF bei der jüngsten Fachtagung „Statistik und Markt“ präsentierte.
Der Markt für Vorhangfassaden sinkt demnach von 5,385 Mio. m² im Jahr 2025 auf 5,172 Mio. m² im Jahr 2027. Allerdings unterscheiden sich auch in diesem Segment Neubau- und Renovierungsprojekte. Während der Bau von Vorhangfassaden im Neubau im Jahr 2026 um 3,6 % sinken soll, geht das Sanierungssegment nur um 0,4 % zurück. 2026 besteht der Vorhangfassadenmarkt zu 52 % aus Neubau und zu 48 % aus Renovierung. Insgesamt wird für Vorhangfassaden ab 2028 wieder ein leichtes Wachstum erwartet.
Ab 2027 kann das Infrastrukturprogramm dem Nichtwohnbau zusätzliche Impulse geben; B+L beziffert den Effekt auf +11,8 Mrd. Euro im Jahr 2027, +13,9 Mrd. Euro im Jahr 2028 und +15,4 Mrd. Euro im Jahr 2029 gegenüber dem Basisszenario. Da rund 90 % der Vorhangfassaden auf den Nichtwohnbau entfallen, sollte dieses Segment vom Infrastrukturprogramm profitieren.
Bei den Materialien bleibt Alu/Glas dominant, verliert aber relativ an Dynamik. Für 2026 werden 3,342 Mio. m² Alu/Glas, 475.000 m² Stahl/Glas und 610.000 m² Holz/Alu ausgewiesen; bis zum Jahr 2029 steigen Stahl/Glas auf 492.000 m² und Holz/Alu auf 700.000 m², während Alu/Glas bei 3,265 Mio. m² liegt. Das ist kein Bruch mit Aluminium, aber ein Hinweis auf Differenzierung: Tragfähigkeit, Brandschutz, Hybridisierung und CO2-Argumente werden im Vertrieb stärker zählen.
Bei Metallfenstern sieht man ebenfalls Druck: 2025 wurden 2,276 Mio. Metall-Fenstereinheiten (FE) produziert, nach 2,337 Mio. FE 2024; der Absatz lag 2025 bei 2,369 Mio. FE. Der Wettbewerbsdruck wird sich angesichts des schrumpfenden Marktes und der Importe weiter verschärfen.
Die Heinze-Prognose beziffert den Hochbau-Fenstermarkt 2026 auf 13,3 Mio. FE, nach 12,9 Mio. FE im Jahr 2025; das entspricht einem Plus von 3,1 %. Der Neubauanteil soll von 4,0 auf 4,2 Mio. FE steigen, die Modernisierung von 8,9 auf 9,1 Mio. FE. Die Fähigkeit, im Bestand technisch anspruchsvolle, energetisch und gestalterisch hochwertige Lösungen zu liefern, ist für Metall- und Fassadenbauer weiter wichtig.
Auch Außentüren stabilisieren sich moderat. Der Markt steigt laut Prognose von 1,141 Mio. Stück 2025 auf 1,174 Mio. Stück 2026, also um 2,9 %. Der Neubau legt von 243.000 auf 254.000 Stück zu, die Modernisierung von 898.000 auf 920.000 Stück. Für Unternehmen mit Metalltüren, Sicherheit, Brandschutz, Zutrittssystemen und projektbezogener Montage spricht das weniger für Volumenoptimismus als für Angebotspräzision: Wer Schnittstellen zu Sicherheitstechnik, Zutritt und Gebäudeautomation beherrscht, ist im Vorteil.
Marktchancen liegen also weiter in der Sanierung, im anspruchsvollen Nichtwohnbau, in technisch differenzierten Materiallösungen, Schnittstellenkompetenz und vor allem in einer flexiblen Projektsteuerung.
