Ein Silberstreif ...

… zeigt sich im Wohnungsbau. Von Januar bis Juli 2026 wurden für neue Wohngebäude 13,5 Prozent mehr Wohnungen genehmigt als im Vorjahreszeitraum, bei Mehrfamilienhäusern beträgt das Plus 15,1 Prozent. Allein im Juli kamen 22.500 genehmigte Wohnungen hinzu. Das klingt nach Aufbruch, ist auf den Baustellen aber noch keiner. Zwischen Genehmigung und Fertigstellung liegen inzwischen im Schnitt rund 27 Monate. Euroconstruct erwartet für Deutschland 2026 daher lediglich 185.000 fertiggestellte Wohnungen, 2025 waren es 207.000 Wohneinheiten. Laut der Prognosen könnte die Zahl im Jahr 2027 auf 195.000 steigen und 2028 auf 210.000.

Umso wichtiger werden Geschäftsfelder, die weniger am Neubau hängen. Dazu zählt die Sicherheitstechnik. Der deutsche Markt für elektronische Sicherheitstechnik wuchs 2025 um 3,9 Prozent auf 5,74 Milliarden Euro. Zusätzlichen Schub bringt das seit März geltende KRITIS-Dachgesetz: Der physische Schutz kritischer Infrastruktur gewinnt an Bedeutung. Für Metallbauer verschiebt sich damit auch das Geschäft. Gefragt sind nicht mehr allein widerstandsfähige Türen oder Fenster, sondern funktionierende Systeme. Türblatt, Zarge, Schloss und Befestigung müssen mit Zutrittskontrolle und Gebäudeautomation zusammenspielen. An diesen Schnittstellen entstehen neue Aufgaben – und neue Marktchancen.

KI für Kalkulation und Konstruktion

Schnittstellen sind auch bei einem weiteren Thema entscheidend: Künstliche Intelligenz kommt im Metallbau aus der Experimentierphase in den Arbeitsalltag. Ihr Nutzen zeigt sich zunächst dort, wo qualifizierte Arbeitszeit in Routinen gebunden ist – bei der Recherche von Ausschreibungen, der Bearbeitung umfangreicher Leistungsverzeichnisse oder der Nachkalkulation.

Auch im Technischen Büro wird es konkret. KI-Agenten können anhand definierter Kataloge und Prüfpläne Konstruktionsvorschläge für 2D-, 3D- und BIM-Modelle vorbereiten. IT-Experte David Mate Ban beschreibt in seinem Artikel im Schweiz-Spezial, wie solche Abläufe im Technischen Büro aussehen können.

Die Aepli AG als Energielieferant

Und der Blick in die Schweiz liefert noch eine ganz andere, beeindruckende Zahl: Matthias Elmer, CEO der Aepli AG, berichtet im Interview, dass die Photovoltaikanlagen am Betriebsgebäude des Fassadenbauers in Gossau so viel Strom erzeugen, dass bereits 35 Prozent der Produktion ausreichen, um das Unternehmen mit seinen 250 Mitarbeitenden zu versorgen.

Eine spannende Lektüre wünscht

Stefanie Manger

Chefredakteurin

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